• 13 Mai 2006 /  Allgemein

    Vielleicht kennt jemand von Euch noch die Simpsons-Folge mit der Schienenbahn. Scheinheilige Investoren gewinnen mit geschickter Rhetorik eine ganze Stadt für das Vorhaben, eine immens teure Stadtbahn zu bauen. So die Disposition, die die Geschichte in einem Desaster enden lässt.

    An diese Folge erinnerte mich das Golfplatzprojekt (Website nur noch über die “Wayback Machine” zu erreichen) in meiner Heimatgemeinde Wartau. In meiner Wohngemeinde entsteht zur Zeit ein Migros-Golfplatz (wie in Trottelfingen).

    Bei den Bauarbeiten ist man, zum ersten Mal im Kanton, in einer Grube serendipitös auf 1900 Jahre alte römische Gräber gestossen.
    Aus welcher Siedlung die Menschen stammen, deren Gebeine dort in den Brandgräbern liegen, ist nicht bekannt. Eventuell aus der römischen Villa in Ifflikon oder dem Vicus in Sursee. Leider fehlt es der Kantonsarchäologie an finanziellen Mitteln. Deshalb werden ehrenamtliche Mitarbeiter für die Feldbegehungen eingesetzt, wie es in der Pressemitteilung heisst. Bei den Bauarbeiten für den Golfplatz dürfte auch schon ein Teil der Grabanlage zerstört worden sein.

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  • 20 Mrz 2006 /  Allgemein

    Burgruine Wartau
    Frühlingserwachen: Die Burgruine Wartau vor der noch schneebedeckten Gauschla (links)

    Wie vor einiger Zeit bereits beschrieben, necken sich die Bewohner zweier Wartauer Dörfer gegenseitig mit “Fröschni” und “Mehlsuppni”. In meinem Aufenthalt in der Gemeinde Wartau vom vergangenen Wochenende (von da stammt auch obiges Foto) habe ich auf einem Lokus einen kleinen Schatz entdeckt (meine Wege sind eben auch oft unergründlich).

    Im 1985-er Bildband “Das schöne Werdenberg” sind (für einen Heimwehwartauer zumindest) wunderschöne Fotos der Werdenberger Dörfer von Markus Beyeler und hervorragend verfasste Texte meines Konfirmationspfarrers Jakob Vetsch zu finden. Letzterer ist heute auch als einer der Gründer der Internetseelsorge einigermassen bekannt.

    Wie dem auch sei, in besagtem Buch deutet er den Sachverhalt mit den Kosenamen so: Die Gemeinde Wartau besteht aus Dörfern am Hang und Dörfern im Tal. Bevor der Rhein kanalisiert wurde, war das Gebiet um die heutige Ortschaft Weite relativ sumpfig, so dass man – ähnlich wie jeweils im Sommer beim Bahnhof Otelfingen Golfpark, wie ich mir vorstelle – jeden Abend Froschkonzerte hören konnte. Deshalb “Fröschni”. Im fruchtbaren Rheintal gab und gibt es aber auch zahlreiche Äcker. Die Oberschaner pflegten, zur Feldarbeit im Tal Mehlsuppe mitzunehmen, darum wurden sie als “Mehlsuppni” bezeichnet. Anders verhöhnt wurden die Feldarbeiter der Nachbargemeinde, sie trugen Pelzkappen. Heute heisst eine Seveler Guggenmusik “Pelzchappni” und der berühmteste Pelzchappni ohne Gugge, dafür mit dem wärmenden Kontrabass ist wohl Carmen Fenk.

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