• 03 Okt 2006 /  Allgemein

    Kennt jemand von Euch noch dieses Bildchen hier?

    wie ich blogge

    Heute wurde den Teilnehmern der zweiten Welle mitgeteilt, dass die Auswertung online ist. Wollen wir einmal ein Ergebnis und die Teilnahmebeteiligung betrachten: 56 Prozent (oder ca. 1440 Leute) derjenigen, die an der ersten Welle teilgenommen hatten, gaben auch bei der Nachbefragung Ihre Antworten ab. Acht Prozent von diesen 56 Prozent haben ihr Blog zwischenzeitlich eingestellt. Bevor man nun jubelt darüber, dass der Blogging-Trend doch nicht so kurzlebig ist wie von den Medien prophezeiht, muss man folgendes beachten:

    • Immerhin haben 44 Prozent nicht mehr teilgenommen.
    • Von den Nichtteilnehmern der zweiten Welle kann angenommen werden, dass sie das Interesse am Bloggen verloren haben. Weshalb sollten die dann noch bei einer Befragung teilnehmen?
    • Schon die erste Welle beruhte auf der Selbstselektion, d.h. jeder, der wollte, konnte mitmachen. Es ist anzunehmen, dass schon in der ersten Welle nur diejenigen Blogger mitmachten, bei denen ein stabiles Interesse fürs Bloggen vorhanden war.

    Die Studie umfasst natürlich weit mehr Resultate, als ich hier diskutieren könnte. Verschaffen Sie sich selbst einen Einblick:

    Schmidt, Jan (2006): Erste Ergebnisse der WIB-Nachbefragung. In: Bamblog [Weblog], 28 Sep. 2006. Online-Publikation:
    http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/560. Abrufdatum: 3. Oktober, 2006.

    Für eine Übersicht der wichtigsten Ergebnisse in versprachlichter Form reicht die Lektüre dieses Blog-Eintrags völlig. Wer sich lieber auf die Statistiken stürzt (und auch versteht, wie sie entstanden sind und was man daraus lesen kann), dem bieten die Bamberger Forscher einen ca. 50-seitigen Forschungsbericht im PDF-Format:

    Schmidt, Jan / Paetzolt, Matthias / Wilbers, Martin (2006): Stabilität und Dynamik von Weblog-Praktiken. Ergebnisse der Nachbefragung zur “Wie ich blogge?!”-Umfrage. Berichte aus der Forschungsstelle “Neue Kommunikationsmedien”, Nr 06-03. Bamberg. Online verfügbar: http://www.fonk-bamberg.de/pdf/fonkbericht0603.pdf

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  • 05 Aug 2006 /  Allgemein

    Gerade ausgefüllt:

    Wie ich blogge - Nachbefragung

    Alle Teilnehmer der ersten Welle wurden in den vergangenen Wochen per E-Mail zur Nachbefragung aufgefordert. Jeder Teilnehmer erhält einen separaten Link, der die spätere Zusammenführung mit den Ergebnissen der ersten Befragung ermöglicht. Das Längsschnittdesign lässt auf diese Weise die Ermittlung von Blog-Nutzungstrends zu. Als Teil eines grösseren Forschungsprojekts enthält die zweite Welle aber auch neue Items, die in der Befragung 2005 nicht erhoben wurden.

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  • 16 Feb 2006 /  Allgemein

    Nüchternes Berichten bei Markus Baumi, Stutzen bei Polis, Empörung bei think eMeidi, Spott bei Benkö, Beleidigungen bei infamy: Diese und einige andere Muster der verdampfenden selbstverliebten Tagebuchschreiber Schweizer Blogosphäre schrieben gestern über einen zweiminütigen Radiobeitrag auf Radio DRS3.

    Bloggen nur ein flüchtiger Trend?

    In diesem Beitrag wurde grob gesagt gefragt, ob das Blog das nächste grosse Internetding sei und ob man nicht darum herum komme, sich damit auseinander zu setzen. Aus dem Zusammenhang gerissene Antworten auf andere, zwar nicht explizit gestellte Fragen gab Mirko Marr, Oberassistent der Abteilung II am IPMZ. Er hält “Blog” für ein Schlagwort, das mit der Medienberichterstattung Verbreitung findet, aber auf Grund des immer noch niedrigen Bekanntheits- und Nutzungsgrads genauso wieder in der Versenkung verschwinde wie Foren, Auktionen und Sexseiten vor ihm. Weltfremd oder was?
    Ob Marr dies tatsächlich so gesagt hat oder die Journalistin einen raffinierten Zusammenschnitt erstellt hat, der ihre vorgefasste Meinung bestätigt, kann ich nicht sagen. Nicht einmal, ob ich ihn richtig verstanden habe, kann ich sagen. Item: Die Journalistin kommt anhand dieser Aussagen, einem willfährig ausgewählten Blogeintrag und der Schliessung von zwei Weltwoche-Blogs zum verkürzten Schluss, dass man sich Weblogs nicht antun muss – wow. Lebensberatung pur.

    Journalistische Sorgfaltskriterien
    Mirko Marr hat sehr wohl eine grosse Ahnung von publizistikwissenschaftlichen Methoden (ich muss es wissen – hab’ ja bei ihm eine Vorlesung über Befragung gehabt). Aber das muss nicht heissen, dass er sich bereits empirisch mit Bloggen beschäftigt hat und deshalb treffende Aussagen darüber machen kann. Ein Allgemeinmediziner repariert schliesslich auch keine Zahnlöcher. Journalisten lieben es eben, “Experten” zu fragen, da dies ihnen erlaubt, ohne Zeit raubende (Netz-)Recherche schnell zu mehr oder weniger fundierten Angaben zu kommen.
    Die Aussage, dass Bloggen mir nichts, dir nichts von der Bildfläche verschwindet, kann eigentlich von jemandem, der mit publizistikwissenschaftlichen Fragestellungen zu tun hat, gar nicht kommen. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Mirko Marr ausdrücken wollte, dass die Medienberichterstattung übers Bloggen, genau wie die über Foren, Auktionen und Sexseiten, wieder abflauen wird, nicht aber das Phänomen selbst.
    Dann die Journalistin: Es ist doch kein Wertungskriterium, ob das Blog ein Massenmedium ist oder nicht. Auch wenn es das nicht ist (es ist kein Massenmedium), so gibt es doch interessantere Fragen an das Phänomen, als die Unterscheidung gut/schlecht.

    Kein Grund für Existenzängste
    Warum wurden keine Blogger gefragt? Man hätte ja zum Beispiel BloggingTom, Marcel Bernet oder im eigenen Haus fragen können. Wer so offensichtlich sein Desinteresse durchscheinen lässt, darf sich nicht wundern, was für eine Palette an Gefühlen bei den “Betroffenen”, den Bloggern, losbricht.
    Wobei ich Euch Blogger ja auch bitte, Eure emotional z.T. heftigen Reaktionen einmal zu hinterfragen. Ihr wisst ja, dass Euer Blog auch noch in drei Jahren am Leben sein wird… – oder?

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  • 05 Okt 2005 /  Allgemein



    Wie ich blogge?!

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  • 20 Sep 2005 /  Allgemein

    kein potenzieller Arbeitgeber für mich

    Für die Website einer kommerziellen Firma… Studiumfinanzieren.ch muss offensichtlich zuerst mit Telefonmarketing Geld verdienen, um einen eigenständigen Firmenauftritt auf die Beine zu stellen.

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  • 16 Sep 2005 /  Allgemein

    Nur, um etwaigen Feixereinen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, es gibt sicher keinen Psychstudi-Mailinglisten-Watchblog. Anfangs Juni habe ich bereits über Sinn und Unsinn der diskutierten Themen auf der Mailingliste für die Studis des Psychologischen Instituts der Uni Zürich sinniert. Seit damals sind wieder 270 neue Mails auf der Liste verteilt worden.
    In den letzten zehn Tagen jedoch gibt es wieder so eine lustige Diskussion, diesmal über den Verkauf von Lernhilfen für die Zwischenprüfungen. Insgesamt habe ich bisher 17 Posts dazu gezählt. Angefangen hatte alles damit, dass einige Leute Vorlesungsnotizen/Zusammenfassungen und andere Materialien zum Verkauf anboten.
    Darauf folgten einerseits der Hinweis einer Person des Fachvereins, dass es auch viele Gratismaterialien auf einschlägigen Sites gebe, und andererseits ein Vorwurf, dass besonders eine Person einen relativ hohen Preis verlangt für eine CD-Rom mit Materialien, die nur zum Teil von ihr selbst erstellt wurden und zum anderen Teil, so der Vorwurf, mit gratis erhältlichen Materialien bespielt sei.
    Dann kam von einer Studentin ein Appell an die Vernunft, es sei doch gut, wenn man von Zusammenfassungen profitieren könne etc., und man solle jetzt nicht tagelang darüber auf der Mailingliste streiten. Ein Studi schrieb darauf das altbekannte wie überflüssige “Find’ ich auch”-Mail.
    In einer weiteren Runde beharkten sich dann Hauptkläger und Hauptangeklagte. Darauf wieder zwei Vernunftappelle mit zwei überflüssigen Mails an die Liste: “Hey Leute, diskutiert das doch privat”. Und wieder eins dieser überflüssigeren Zustimmungs-Mails.
    . Erneut die Hauptbeklagte: Sie will, dass der Hauptankläger sie auf dem Händi anruft. Und der Hauptkläger: Er entschuldigt sich bei den übrigen Mitgliedern der Mailingliste für die Belästigung, aber er finde eben, dass RaubkopiererInnen das Handwerk gelegt werden müsse.

    Und nun rutscht das Ganze noch eine Stufe auf dem Niveautreppchen nach unten. Jemand schreibt, dass der Hauptkläger nicht über seine Mailbox Polizist spielen und “einfach Mal die Fresse” (O-Ton) halten solle. Und das bislang letzte Mail, betitelt mit “aus der Sicht eines Dritten”, will, dass die Beteiligten erwachsen werden, Flüssigkeiten austauschen und sich orgieren. Halt der typische Blödelkommentar, getarnt als Appell an die Triebe.

    Für mich, der ich solchen Online-Communities mit Ausnahme von Blogs soweit wie möglich fern bleibe, finde die Dynamik der sozialen Interaktion auf Mailinglisten, in Foren etc. interessant, wenn nicht erforschungswürdig.

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  • 30 Aug 2005 /  Allgemein

    Weder ein Hochwasser noch ein von den Medien heiss geliebter Bär haben mich versehrt. Nein, es ist wieder Abstimmungszeit und eins von 600 000 Exemplaren der “Schweizerzeit“, der “bürgerlich-konservativen Zeitung für Unabhängigkeit, Föderalismus und Freiheit” lag ungebeten im Briefkasten. Acht Seiten Propaganda gegen die “Ost-Personenfreizügigkeit” (Seite 6).
    Und natürlich ein obligater Einzahlungsschein. Denn man will ja schliesslich “mehr als nur die von oben gesteuerte Einheitskost vorgesetzt bekommen” (Seite 1) und muss “mit einer Spende die grossen Kosten dieser “Schweizerzeit”-Sonderausgabe (…) mittragen” (Seite 4). Denn anders als die “in Sachen EU-Kurs regierungsdevoten Schweizer Medien” (Seite 3) und die in Geld schwimmenden “Verbandsfunktionäre der Arbeitgeber und Gewerkschaften, die dem Volk ein Ja zur Ost-Personenfreizügigkeit aufschwatzen sollten” (Seite 8), bietet das Pamphlet “unverzichtbare Information über die Folgen ungehinderter Ost-Zuwanderung” (Seite 4).

    Nebst unidirektional vielseitigen Leserbriefen und Büchertipps darf der Limerick nicht fehlen:

    Sie kommen, die Dealer und Schieber,
    bei uns geht’s drauf, drunter und drüber;
    wir werden geprellt,
    und der Rechtsstaat zerfällt;
    das Fass läuft dann endgültig über!

    Und übrigens “droht Schweizer Studenten bald das Schicksal von noch überfüllteren Unis und stärkeren Zulassungsbeschränkungen, bei denen die Nationalität gemäss dem Nichtdiskriminierungsgebot keine Rolle mehr spielen darf.” (Seite 8). Ich hoffe, das mache keinem einzigen Schweizer Studenten Angst. Es heisst ja nicht grundlos “Universität”, nicht “Singularität”.

    Wo wir gerade bei der Sprache sind: Wer Geld hat, um eine halbe Million mal die “Schweizerzeit” zu produzieren und zu verteilen, der darf auch mal etwas ganz anderes kritisieren, das gar nicht zum Thema passt: die “Tipps für die geschlechtergerechte Sprache“, herausgegeben von der Fachstelle für Gleichberechtigung an der Universität St. Gallen. Während man diesen Empfehlungen kritisch gegenüber stehen kann, sollten sie nicht verspottet werden, wie ET, der Autor dieser wahrlich ausserirdischen Kolumne (Seite 6), dies tut. Gemäss Autor wälzt die Fachstelle “unglaubliche Probleme” und es würden “wieder einmal alle Register der längst abgedroschenen Emanzipationsdiskussion gezogen und die Leier vom armen weiblichen Geschlecht gespielt”. Die Leute dort seien ausserdem offenbar “etwas unterbeschäftigt”. Den Schlusssatz muss ich als Ganzen zitieren:

    “Eine gute St. Galler Bratwurst taugt da vorläufig mehr als versponnene Sprachtipps weltfremder Möchtegern-Wissenschafter…”

    Fragt sich, wer hier die unterbeschäftigten, weltfremden Möchtegerns sind.

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