Wie schön muss das Cowboy-Leben sein:

Rechtzeitig zur Grillsaison erreichte mich dieser Schnipsel: Mit Rindern reiten und zwischendurch mal ein Kalb von einer Seite scharf anbraten. Das will ich auch!
Wie schön muss das Cowboy-Leben sein:

Rechtzeitig zur Grillsaison erreichte mich dieser Schnipsel: Mit Rindern reiten und zwischendurch mal ein Kalb von einer Seite scharf anbraten. Das will ich auch!
Tags: auto, journalismus, sprache, tcs
In einer der letzten Coop-Zeitungen gesehen:

Absolut, pardon, vollkommen deutsch ist der markierte Satz nicht. Subjekt und Prädikat sollten dann schon kongruieren. Wenn das mal nicht verblödeter als ein neuer Wortschatz-Anglizismus ist.
Tags: anglizismus, grammatik, sprache, sprachkritik, sprachzerfall
Letzthin in der “Luzerner Woche” auf der PR-Seite:

Soso, eine Quartztastatur also. Quartz ist die englische Schreibweise für eine spezielle kristalline Form von Siliziumdioxid: Quarz. Eine Quarztastatur ist es nicht – ob wenigstens die Gesprächsqualität des Telefons klar wie ein Bergkristall ist, ist für dieses Sprachbeispiel nicht massgebend. Zwar kommen Quarze in elektronischen Geräten vor, dann aber sicher nicht als Rohstoff, aus dem Handy-Tastaturen gehauen werden, sondern in Schwingungen versetzt als Taktgeber.
Natürlich geht es um die QWERTZ-Tastaturbelegung, die es dem Benutzer dieses Mobiltelefons ermöglichen soll, speditiv Textmitteilungen und E-Mails einzutippen.
Egal wer es nicht wusste (es sei denn, das Korrektorat erledigt seinen Job mit der halbautomatischen Word-Rechtschreibeprüfung) – sowohl PR-Mensch als auch Journalist und Korrektor arbeiten den ganzen Tag auf QWERTZ-Tastaturen.
Tags: computer, eingabe, geologie, informatik, keyboard, pc, sprache, tastatur
Hier noch ein Souvenir aus meinen Ferien. In unserer Abwesenheit (Bädelen im Pool, schöööön!) wurde uns am zweiten Ferientag dieser Zettel unter der Hotelzimmertür durchgeschoben.

Akute Sprachverwirrung, unter anderem eventuell eine babylonische (ich komme am Schluss darauf zurück): War der Anlass nun am Mittwoch oder am Montag? Er war am Montag, wie wir im Nachhinein erfahren haben (aber vielleicht fand er ja am Mittwoch ein weiteres Mal statt). Aber was wollten uns die Hotelangestellten denn da eigentlich anbieten? Ich denke, der Übersetzungsfehler liegt im Montag. Der Wochentag heisst in Spanisch “lunes”, Plural “lunas”. Vermutlich wollten sie uns einen Mondscheincocktail anbieten (wobei die Gäste dann um 18 Uhr noch ca. eine Stunde aufs Eindämmern hätten warten müssen). Plausibel?
Zumindest gar nicht so abwegig, wenn man bedenkt, dass die heutige Wochentagsbezeichnung im babylonischen Usus wurzelt, die Wochentage den vom antiken mesopotamischen Volk beobachteten Gestirnen bzw. Gottheiten zu widmen. Versuch einer terribles-simplificateurs-Erklärung: Schon die Babylonier nannten den Montag “Tag des Mondes”. Die alten Römer, wohl die cleversten Kultur-Kopierer der Weltgeschichte, übernahmen diese Tradition und nannten den Montag “dies Lunae”, was sich in die heutigen romanischen Sprachen gerettet hat. Etwa im Französischen als “lundi”, im Italienischen als “lunedí” und eben im Spanischen als “lunes”. Bezeichnungen für Wochentage fanden dann auch die Germanen praktisch, mit denen die Römer nicht nur immer Schlachten ausfichten, sondern auch regen Handel betrieben. Sie übersetzten den Tag des Mondes in ihre Sprache. So ist der Montag in Wirklichkeit der Mond-Tag.
Verpasst haben wir den Mondscheincocktail trotzdem.
Tags: babylon, bavaro, dominicana, ferien, geschichte, iberostar, punta cana, sprache
Das war der erste Gedanke, nachdem ich den doppelseitigen Geschäftsbericht (Seiten 4f.) in der Kundenzeitschrift meiner Krankenkasse gelesen hatte.
Mein Lieblingssatz daraus:
Dank integralen Informationssystemen erhalten diese rechtzeitig Meldung über die Arbeitsunfähigkeit von erkrankten und verunfallten Mitarbeitern, sorgen mit ihrer grossen Erfahrung und ihren Kenntnissen über die regionalen Kompetenzzentren für die wirkungsvollste Behandlung und helfen mit, dass eine zielführende Wiedereingliederung am Arbeitsplatz bestmöglich realisiert wird.
Ich glaube kaum, dass hier ein ausgebildeter Redaktor schreiben durfte. Der Rest der Zeitschrift ist besser geschrieben. Deshalb vermute ich, dass der Chef hier selbst die Feder in der Hand gehalten hat. Ist ja wichtig, so ein Geschäftsbericht.
Laut leichtlesbar.ch resultiert aus diesem 43-Wörter-Monstersatz ein Flesch-Lesbarkeitswert von -47. Als Vergleich gibt jene Website den durchschnittlichen Flesch-Wert einer anspruchsvollen Zeitung an: 20–40, aber wohlgemerkt NICHT im Minusbereich. Jaja, ich weiss, dass der Flesch-Wert für englischsprachige Texte entwickelt und die Lesbarkeit etwas oberflächlich aus Wort- und Satzlängen ableitet. Aber wenn man bei diesem Satz ranginge und einmal die Notwendigkeit jedes Adjektivs überprüfte, würde man schnell zu einem besseren Flesch-Wert kommen.
Ein weiterer schöner Satz:
Es liegt an den Kranken- und Unfallversicherern, zusammen mit den Leistungserbringern neue Entschädigungsmodelle zu entwickeln, welche die Wirkung respektive die Qualität der Gesundheitsversorgung ins Zentrum stellen und die Versicherten bei ihrem Gesundheitsverhalten und beim Konsum von Gesundheitsdienstleistungen in die Mitverantwortung nehmen.
Und zum Schluss noch ein schönes Wort:
Kompetenzleaderschaft
Ohne Kommentar.
Tags: pr, publizistik, sprache, unternehmenskommunikation
Letzthin bin ich unterwegs auf diese Tür gestossen. Ein WC für Geschäfte, also um Geschäfte ausscheidender Art darauf zu verrichten. Hätte ich jetzt nicht gedacht.
Fundstück aus dem Einkaufszentrum Surseepark
Was mir das Schild da wahrscheinlich sagen wollte: “Du bist hier nur Kunde und dreckig, also geh gefälligst aufs Kunden-WC!”. Drauf geschissen.
Tags: aufnehmen, Aufnehmen_und_Ausscheiden, ausscheiden, migros, semantik, soorsi, sprache, sursee, wc

Fundstück vom schwarzen Brett des Gewerbeparks
Tags: arbeit, Fabrik, geld, gewerbepark, maegenwil, rechtschreibung, serioes, sprache, verdienen
Bitte erst den Zeitungsausschnitt lesen und dann erst meine Anmerkungen dazu… Merci!
Quelle: Luzerner Woche vom 07.05.2008
Tags: barcelona, ch, event, grammatik, journalismus, lozaern, luzern, neustadt, pr, pragmatik, ramblas, rechtschreibung, semantik, sprache, sprachkritik
Nein, ich meine nicht Michael Moores Film über das US-amerikanische Gesundheitswesen (den ich mir irgendwann noch antun muss), sondern den Sprachhüter, studierten Romanist, Autor mehrerer populärwissenschaftlicher Bücher, Spiegel-Online-Kolumnist und – unerwarteterweise – Stand-up-Comedian Bastian Sick.
“Sprachhüter”, so nannte ich eingangs Sick. Sprachhüter sind selbst ernannte Hüter der einzig wahren und guten Sprache. Das Wort ist eine Übersetzung für Steven Pinkers Begriff “language maven“. Steven Pinker verurteilt diese Sprachhüter, denn sie halten an einem Stand der Sprache fest, die nicht zu vereinen ist mit dem Phänomen Sprache, welches sich dauernd im Fluss befindet (vgl. hierzu auch meine Posts zum Thema “die irrationale Angst vor dem Sprachzerfall“). Pinker ist ein Sprachpsychologe/Psycholinguisten, der ironischerweise selbst populärwissenschaftliche Bücher zum Spracherwerb schreibt. Bastian Sick würde ich zu diesen Sprachhütern zählen, Wolf Schneider ebenfalls. Sick ist aber ein eher untypischer Sprachhüter; lesen Sie selbst:
Mit einigen Kollegen suchte ich vergangenen Dienstag das Zürcher Volkshaus auf, zwecks Ergötzung an sprachlichen Missgeschicken anderer. Item nahmen wir in der ersten Reihe Platz, ohne zuvorderst zu sitzen – es gab noch eine Reihe null.

Gut besucht: Mit seiner locker-humorigen Art, sprachliche und stilistische Fragen zu präsentieren, füllt Sick die Hallen

Minimalistisch, aber mehr brauchte es ja auch nicht: Hauptsächlich fand die Lesung hinter diesem Schreibtisch statt. Auf dem Hocker fläzte Sick sich nur, um seine Diaschau zu präsentieren.
Viele der Episoden waren schon aus den drei “Genitiv”-Büchern bekannt. Die Bildbeispiele lockerten die Lesung auf. Unerwarteterweise baute Sick auch Inszenierungen ein, wie man sie sonst nur von Comedy-Stars wie Mittermeier kennt. Das Kapitel über Jugendsprache beispielsweise: Sick liess eine Handpuppe die Jugendsprüche aufsagen. Langweilig waren für mich die paar Dutzend Beispiele, in denen Sick Verben mit regelmässiger Konjugation in ablautende unregelmässige Verben verwandelte. Weniger wäre hier mehr gewesen.
Das alles fügte sich zu einem Abend zusammen, der weniger lehrreich, dafür umso unterhaltsamer daher kam. Aber – um Sick-Kritikern etwas Wind aus den Segeln zu nehmen – mehr wollte Sick auch gar nicht. Und das ist auch gut so: Wer käme schon an eine staubtrockene Lesung, die die Produktivität des Suffixes “-bar” diskutiert? Viel lustiger ist es doch zu sagen, dass in letzter Zeit sogar Wortklassen ein “-bar” angehängt erhalten, bei denen dies bislang gar nicht möglich war (z.B. “unkaputtbar”).
Sick unterliess es, seine Lösungen als die einzig richtigen darzustellen. Das ist auch gut so: Als Linguist hätte ich schon den einen oder anderen Einwand gemeldet.
Aber das interessiert doch alles nicht. Sicks grosse Leistung besteht darin, bei einer breiten Menge von Leuten deren Feingefühl für Sprache zu wecken. Mit Comedy hat er einen guten Zugang gefunden. Einen besseren als alle anderen Sprachhüter vor ihm.
Tags: deutsch, grammatik, language maven, linguistik, sick, sprache, sprachhueter, stilistik, zwiebelfisch

Unsere Fleischkasse kostet 13.90, ist dafür aber à la carte!
Tags: arbeit, brack, Fabrik, fleischkasse, kantine, maegenwil, orlando, orthographie, rechtschreibung, sprache