… er den Klingelbeutel herumgehen lässt und faucht: «Kolleeeekt!»
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29 Jan 2008 / MainlyBrabbel
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08 Apr 2007 / Allgemein
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein frohes Osterfest, ein lukullisches Schlemmermenü und ein bisschen Erholung vom Arbeitsstress.
Tags: Aufnehmen_und_Ausscheiden, christentum, event, fest, ostern, religion
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30 Jan 2007 / Allgemein
Jüngst ging wieder eine beispiellose Gewalttat durch alle Medien. Jugendliche hatten in Ostdeutschland ein Mädchen als Geisel genommen und ein Ehepaar umgebracht. Schnell war die Ursache gefunden: Einer der Täter spielte offenbar gerne gewalttätige Videospiele. Unmittelbar vor der Tat, so die Schilderung des Geiselopfers in “Stern TV”, hätte das Mädchen zusammen mit den beiden Jungen den Film “Final Fantasy” angeschaut – angeblich ein Gewaltvideo, wie die “Süddeutsche” schrieb. Und davon gebe es auch ein Videospiel. Welch tolle Logik. In der Öffentlichkeit entfacht eine Debatte um ein Verbot gewaltverherrlichender Spiele. Auch “10 vor 10″ berichtet, interviewt wird Medienpädagogik-Experte Daniel Süss (der mir im Übrigen die Lizentiatsarbeit abgenommen hat). In der Diskussion meldet sich auch noch das Oberhaupt der katholischen Kirche zu Wort, gewaltverherrlichende Spiele seien pervers. Die moralische Instanz drückt auf dieser, die politikbeobachtende auf der anderen Seite auf die Legislative. Bevor es nun dazu eskaliert, dass kein Europäer je mehr eine Folge von “Final Fantasy” zu Gesicht bekommen darf, möchte ich zwei Dinge klarstellen:
- Die Forschung konnte bislang keinen direkten Wirkungszusammenhang zwischen Gewalthandlungen und dem Konsum entsprechender Medien feststellen.
Es gibt verschiedene Theorien der Medienwirkungsforschung, die den Zusammenhang zwischen realer und Mediengewalt zu ergründen versuchen. Ganz grob unterscheiden lassen sich die Stimulationsthese, die besagt, dass Mediengewalt zur Ausübung echter Gewalt stimuliert, und die Katharsisthese, die für eine “Reinigung” des Bedürfnisses nach Gewaltausübung im Konsum von medialer Gewalt plädiert. Es existieren hunderte Studien und mindestens fünfzehn weitere Thesen. Was man jedoch trotz geringen Konsens’ immer wieder liest, ist, dass Mediengewalt nur ein Faktor in der Lebenswelt eines Menschen ist, der zur Ausübung realer Gewalt führen kann. Genauso muss man die Lebenssituation, psychische Dispositionen, Aggressionstheorie, Erziehung, familiäres Umfeld, Medienkonsumgewohnheiten etc. in Betracht ziehen. Die Forschung zeigt auch, dass die Eindringlichkeit (Real- vs. Trickfilm, explizites Zeigen eines Mordes vs. Schnitt vorher etc.) und die Motivation der dargestellten Gewalt (Gewalt als Selbstverteidigung, “sinnlose” Gewalt) auf die Wirkung Einfluss nimmt. - Final Fantasy ist weder Brutalo-Game noch Gewaltvideo.
“Final Fantasy” ist eine Videospielserie, die es seit nunmehr 20 Jahren gibt. Der Film, den die Mecklenburger Jugendlichen sich vor ihrer grausamen Tat anschauten, baut auf der Episode VII aus dem Jahr 1995 auf. Der siebte Teil der Saga ist ein vielschichtiger Öko-Thriller, in dem es hintergründig um den rücksichtslosen Eingriff des Menschen in die Natur und in die Genetik geht. Vordergründig findet sich die Heldentruppe in einer gefährlichen Welt mit Monstern und High-Tech-Bedrohungen wieder, denen sie sich mit Kämpfen zu erwehren versucht. Die Gewaltdarstellungen im Spiel sind nicht besonders eindringlich: Erstens wird rundenbasiert (Active Time Battle) gekämpft, zweitens wird kein Blut gezeigt, drittens ist der Zeichenstil comichaft gehalten. Und auch der Film, der letztes Jahr auf UMD und DVD veröffentlicht wurde, zeigt, obwohl die Helden ebenfalls meist im martialischen Verteidigungskampf mit Hilfe von Fantasiewaffen gegen die entfesselte Natur gezeigt werden, keine eindringlichen Szenen, in denen das blutige Resultat von Meuchelei zu sehen wäre.
Die Diskussion um Gewalt fördernde Medieninhalte gibt es schon länger. Früher, auf dem Zenit der VHS-Kassetten, sprach man von “Brutalos”, jetzt eben von Ego-Shootern. Und immer wenn ein furchtbares Ereignis wie gerade eben passiert, schwappt die Welle hoch. Dabei ist die Zahl der Gewaltverbrechen seit Jahren rückläufig, die neue Qualität der Gewalt überstrahlt jedoch in der Wahrnehmung deren Häufigkeit. Final Fantasy, das in seinen 20 Jahren Existenz Abermillionen begeisterter Fans gewann, gehört definitiv nicht zu denjenigen Inhalten, denen man eine gewisse aggressionsfördernde Wirkung zusprechen kann. Erst wenn man mehr über die Gründe erfährt, warum denn überhaupt Aggressionen da sind, die sich fördern lassen, warum jemand im Wald Rollenspiele mit klirrenden Schwertattrappen durchlebt, warum jemand sehen will, wie es ist, jemanden umzubringen, erst dann lassen sich Massnahmen ergreifen. Oder anders gesagt: Verbietet man “Killerspiele”, schliesst man in der Lebenswelt des Jugendlichen ein Ventil. Die gestaute Luft sucht sich dann einfach einen anderen Weg, um zu entweichen.
Quellen (direkt aus dem Firefox-Bookmarks-Manager exportiert, deshalb etwas wüst):
Dossier Tessin/Medien&Gewalt/FinalFantasy
- Archiv Sendung vom 22.01.2007, 10vor10, SF1
- BusinessNews | Leben
- NDR – Bluttat in Tessin: Ermittlungen in alle Richtungen
- BusinessNews | Leben
- NDR – Bluttat in Tessin: Ermittlungen in alle Richtungen – Die Staatsanwaltschaft hat noch keine Hinweise auf ein Motiv für die Bluttat von Tessin. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen auf Hochtouren, teilte der Oberstaatsanwalt mit..
- Jugendstraftaten Weniger Gewalt als 1985 – Wissen – sueddeutsche.de
- Jugendstraftaten Weniger Gewalt als 1985,Die Jugendstraftaten nehmen keineswegs zu – im Gegenteil.
- Jugendgewalt ''Eine neue Art der Aggressivität'' – Wissen – sueddeutsche.de
- Jugendgewalt ''Eine neue Art der Aggressivität'',Viele Menschen sind überzeugt: Es wird immer schlimmer mit der Jugendgewalt. Ein Interview mit dem Kinder- und Jugendpsychiater Franz Joseph Freisleder.
- Late Night: Tessin-Geisel bei Günther Jauch: „Ich habe das für einen Scherz gehalten“
- Nach dem blutigen Doppelmord in Tessin, schilderte die 15-jährige Eyleen in „Stern TV“ ihre Erlebnisse. Sie war von ihren Mitschülern als Geisel genommen worden. Aus eigenem Wunsch trat sie nun vor die Kamera, um einiges richtig zu stellen.
- Bluttat von Tessin Schüler sahen vor Tötung Gewalt-Video an – Panorama – sueddeutsche.de
- Bluttat von Tessin Schüler sahen vor Tötung Gewalt-Video an,Stundenlang war sie Geisel von zwei Schülern gewesen, die ein Ehepaar niedermetzelten. Gestern sprach die 15-Jährige Eyleen über den brutalen Vorfall.
- Final Fantasy VII – Wikipedia, the free encyclopedia
- FINAL FANTASY VII ADVENT CHILDREN
- www.final-fantasy.de | Final Fantasy Universe by Gamigo.de
- FINAL FANTASY VII ADVENT CHILDREN
- Final Fantasy Universe – der beste und aktuellste Content, die heißesten Specials, exlusive Downloads rund um das große Final Fantasy Universum
- Vorlesung 1390 /1391 GEWALT IN DEN MEDIEN Inhaltsfolie Inhaltsfolie Definition „Medienwirkung“
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- Die Forschung konnte bislang keinen direkten Wirkungszusammenhang zwischen Gewalthandlungen und dem Konsum entsprechender Medien feststellen.
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20 Mrz 2006 / Allgemein

Frühlingserwachen: Die Burgruine Wartau vor der noch schneebedeckten Gauschla (links)Wie vor einiger Zeit bereits beschrieben, necken sich die Bewohner zweier Wartauer Dörfer gegenseitig mit “Fröschni” und “Mehlsuppni”. In meinem Aufenthalt in der Gemeinde Wartau vom vergangenen Wochenende (von da stammt auch obiges Foto) habe ich auf einem Lokus einen kleinen Schatz entdeckt (meine Wege sind eben auch oft unergründlich).
Im 1985-er Bildband “Das schöne Werdenberg” sind (für einen Heimwehwartauer zumindest) wunderschöne Fotos der Werdenberger Dörfer von Markus Beyeler und hervorragend verfasste Texte meines Konfirmationspfarrers Jakob Vetsch zu finden. Letzterer ist heute auch als einer der Gründer der Internetseelsorge einigermassen bekannt.
Wie dem auch sei, in besagtem Buch deutet er den Sachverhalt mit den Kosenamen so: Die Gemeinde Wartau besteht aus Dörfern am Hang und Dörfern im Tal. Bevor der Rhein kanalisiert wurde, war das Gebiet um die heutige Ortschaft Weite relativ sumpfig, so dass man – ähnlich wie jeweils im Sommer beim Bahnhof Otelfingen Golfpark, wie ich mir vorstelle – jeden Abend Froschkonzerte hören konnte. Deshalb “Fröschni”. Im fruchtbaren Rheintal gab und gibt es aber auch zahlreiche Äcker. Die Oberschaner pflegten, zur Feldarbeit im Tal Mehlsuppe mitzunehmen, darum wurden sie als “Mehlsuppni” bezeichnet. Anders verhöhnt wurden die Feldarbeiter der Nachbargemeinde, sie trugen Pelzkappen. Heute heisst eine Seveler Guggenmusik “Pelzchappni” und der berühmteste Pelzchappni ohne Gugge, dafür mit dem wärmenden Kontrabass ist wohl Carmen Fenk.
Tags: deutsch, dialekt, esseff, Mobil, musik, religion, schweizerdeutsch, semantik, sprache, wartau
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29 Nov 2005 / Allgemein
Gestern abend freute ich mich gar nicht über diese Kurzmitteilung:
“Du bist beim SMS-Adventskalender angemeldet: enjoy it! Mehr unter www.smas.ch; abmelden kannst Du Dich mit SMAS.CH STOP an 9292; viele Gruesse, das smas.ch-Team
Welche Feinde, so schmiedete ich bereits Verschwörungstheorien, sollten mir Mehrkosten mit Hilfe eines SMS-Abonnements bescheren wollen? Ich bin doch so lieb…
smas.ch, wie ich heute heraus finde, ist das “Short Message Advents System Schweiz”, das von den Jugendstellen einiger reformierter und katholischer Kantonskirchen ausgeführt wird. Und das SMS-Abo ist zum Glück gratis. Allerdings bleibt trotzdem die Frage, wie meine Nummer auf deren Verteiler gekommen ist. Number Harvesting wäre ja ganz schön unethisch für so eine moralische Instanz.Und sorry für den holprigen Titelreim!
