10 Nov 2006 /
Allgemein
Ja, darauf reite ich herum. Wegen meiner Unpopularität laufe ich zum Glück nicht Gefahr, so angegriffen zu werden wie Bastian Sick von der “FAZ”. Da schreibt ein Blogger:
mcody kauft man aus 2 Gründen: Sound Qualität & Design.
Wenn ich zähle, komme ich auf zweieinhalb Gründe. Zahlen bis zwölf werden ausgeschrieben und das “&” gibt’s nur in Firmennamen oder in der jahrzehntelang erodierten Schrift, in welcher Wandtafelnotizen von Unidozenten geschrieben werden. Aber hübsch ist es wirklich, das Ding.
Tags: agopunktion, Deppenleerzeichen, deutsch, interpunktion, sprache
26 Okt 2006 /
Allgemein
Die jahrzentelange Beschäftigung mit immer demselben Warenwirtschaftssystem (nicht Nintendo Entertainment System!) scheint Wissensarbeiter zu befähigen, weit mehr als oberflachöse Diskussionen in Kinderkramblogs zu führen. Nein, die eingehende Beschäftigung mit wunderbaren Histories scheint als Zusatznutzen auch das Sprachgefühl zu schärfen. Aber lesen Sie selbst…
“Blogs sind Spielereien für kleine Kinder”. Das vermeldet ein Kommentator im Golem.de-Forum. Hier der ganze, ähm, ja, Diskussionsbeitrag:
Was soll der ganze Scheiß mit Web2.0?
Was ist denn an Blog’s so neu und toll?
Das sind nur spielereien für kleine Kinder.
Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass das was hinter Blog und Co. steht der Ursprung des Internets war. Wenn ich es als Firma nötig habe auf Blogs zurück zu greifen, ist das ein Armutszeugnis.
Wir arbeiten seit DOS Zeiten mit einem Program für die komplette Warenwirtschaft und da gibt es wunderbare Histories no need for blogging
blob I hat such superficious discussions
Nein, diesmal ist es nicht der Deppenapostroph bei “Blog’s”, auch nicht die verpasste Grossschreibung bei Nomen wie in “spielereien”. Kommafehler macht jeder einmal, dieser Bursche lässt drei Kommata aus. Auch das fehlende m in “Program” erregt nicht meine Aufmerksamkeit. Das Leerzeichen in “DOS Zeiten” fällt auch nicht weiter ins Gewicht. Mir selber tun Plurale wie “Histories” in deutschen Texten nicht so weh wie der “Duden”-Redatkon. Nein, aber mir gefällt dieser Satz:
blob I hat such superficious discussions
blob? A boy and his blob? Das war ein Game auf dem Nintendo Entertainment System.
I hat such? Ich hatte gesucht? Ich suchte den englischen Hut? Es soll wahrscheinlich “ich hasse solche” heissen.
superficious? Wörtlich übersetzt etwa “oberflachös”. “Oberflächlich” heisst meines Erachtens immer noch “superficial”. Oder ist das superstiziös?
Das Beispiel zeigt, dass Netzwerken wie Swissblogpress noch viel Aufklärungsarbeit bezüglich des Blogging-Potenzials bevorsteht.
Dieser und andere Kommentare wurden übrigens auf den Beitrag “IT-Verband: Bloggen in Firmen tut Not” hin verfasst, der es zum einen versäumt, Nichtdeutschen zu erklären, wer der Bitkom-Verband ist und zum anderen, welche Vorstellungen sich Bitkom über den konkreten Einsatz von Web-2.0-Technologie im Wissensmanagement macht.
Tags: Aufgeschnappt, blogging, Blogonautik, business, deutsch, englisch, grammatik, interpunktion, kmu, knowledge_management, rhetorik, social_software, sprache, stil, syntax, web_2.0, wissensmanagement
23 Sep 2006 /
Allgemein

Sorry guys für die schlechte Bildqualität
Hallo, wieder von zu Hause aus… Neulich in der NLZ stand auf Seite 2 unter “Top-News” diese Zusammenfassung. Wer alle Fehler findet, die/den lade ich nach Sursee oder Mägenwil zum Kafi ein, sobald mein Sitzfleisch sich wieder erholt hat.
Tags: Aufgeschnappt, flexion, grammatik, indirekte_rede, interpunktion, irrealis, komma, konjunktiv, massenmedien, nlz, presse, sprache, stil, syntax
11 Sep 2006 /
Allgemein
Hola chicos y chicas, da bin ich wieder! Zwar noch am Ausheilen, aber es geht voraussichtlich nicht so lange wie befürchtet. Dieser Post ist sozusagen eine Altlast aus meiner präoperativen Zeit und das “Belegstück” wurde mir von Gottardo zugetragen. Nach meiner Spitallektüre “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 2″ allerdings passt es mir gerade noch einmal so gut in den Kram.

Aus einem “Ex Libris”-Inserat im “PCTipp”
Ex Libris verfügt zwar offenbar über eine kompakte Tintensuchmaschine, aber nur über Tinten-Patronen (mit Bindestrich gekoppelt, man könnte ja sonst sofort an Gewehrpatronen, pardon, Gewehr-Patronen denken). Das wäre ja noch nicht so schlimm. Auch an “Original Patronen” (Originales Deppenleerzeichen) hat man sich bereits gewöhnt. Nein, was mich stört, ist die Anpreisung von “Generika’s”. Der hilflose Inserategestalter, Werbetexter oder was auch immer ist hier nämlich über Zeichensetzung, Substantivbeugung und Bedeutung gestolpert. So wie Goofy über Banane, Spielzeugauto und Treppenstufe. Wollen wir den Sprach-Slapstick mal unter die Lupe nehmen:
- Zeichensetzung: Der Autor wollte einen Plural mit der Endung -s bilden. So wie in Trafos, Demos, Mofas, Infos. Hier wird kein Apostroph gesetzt. Übrigens auch im Genitiv nicht: Veras Autos, Coops Luftballons.
- Beugung: Das Substantiv heisst im Singular Generikum. Im Plural erhält es die lateinische Pluralendung -a: Generika lautet der richtige Plural auch im Deutschen. Steht in den neuesten *Dudens. Sie können aber auch einige Ihrer *Kollegen’s fragen.
- Bedeutung: Beim dritten Stolperstein bin ich mir nicht sicher. Kann man den Begriff des Generikums ausser für günstige Nicht-Markenmedikamente, die dieselben Wirkstoffe wie bestimmte Markenprodukte enthalten, auch für andere Produktegruppen verwenden, die bestimmte Markenprodukte eben “imitieren”? Bei No-Name-Tintenpatronen halte ich es für eine gelungene Bedeutungsverallgemeinerung, aber wird das von Sprechern der deutschen Sprache wirklich verwendet?
Tags: Aufgeschnappt, deklination, drucker, ex_libris, flexion, generika, gesundheit, interpunktion, medizin, pctipp, print, semantik, sprache, tinte