• 23 Dez 2006 /  Allgemein

    Düfte von feinen Orangenschnittli (ich habe das Rezept wieder, digital reproduziert!) und frischem Tannenchress durchziehen die Wohnung. “Feliz Navidad” von José Feliciano wird im Hausfrauenradio rauf und runter gespielt. Es weihnachtet, für mich mehr als auch schon. Die Wunde ist zu, Tränen wegdrücken, fest hoffen. Vielen Dank an alle, die mich in dieser Zeit unterstützt haben.

    Andernorts stinkts eher. Da wird man runtergeputzt, ohne dass man sich mit meinen Posts beschäftigt hat (“Themen, die wohl (Hervorheb. reidan) alle anderen Blogs beackern”). Da wird missachtet, dass das Laestermaul schon immer laut war. Durchschnitt ist schlecht. Wer keine Satay-Spiesschen zubereiten kann, ist langweilig. Und zum wiederholten Mal wird effektheischend Schluss gemacht, um später wieder aufzuerstehen. “This is not the end, my only friend”. Reden wir nur davon, wie wahr im Nachhinein. Irgendwie mag ich seinen Blog.

    Wie auch immer: Mein Gift (mehr als genug) für dieses Jahr ist gespritzt, meine Pfeile verschossen. Der “durchschnittliche Schweizer Durchschnitts-Produkte&Befindlichkeits-Blogger” wünscht allen Leserinnen und Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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  • 08 Nov 2006 /  Allgemein

    Nach zwei absolvierten und unzähligen verschobenen WKs haben mich die Armeeärzte (pardon, Trp Az) neulich als untauglich klassifiziert. Kamen mir die einen Dienste zwischen meine Studienziele, mussten andere infolge wiederholter gesundheitlicher Probleme ausfallen. Mir solls recht sein. Kämpfen andere Wehrdienstpflichtige mit unlauteren Mitteln, z.B. mit einem dazufabulierten moralischen oder psychologischen Problem, für eine derart lautende Beurteilung, musste ich nur das Dienstbüchlein einschicken. So kann ich der nicht enden wollenden Geschichte mit der Steissbeinfistel zu guter Letzt (?) doch noch etwas Positives abgewinnen.

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  • 29 Sep 2006 /  Allgemein

    Nichts Neues: Die werbeorientierte Gesundheitskommunikation schert sich nicht um sprachliche Prinzipien. Dieser Artikel handelt von Leerzeichen, die dort nicht sein dürften und zusammenhanglosen Aufzählungen von Nomen. So lauten nämlich die Rezepte für die Kreation eines passenden Titels fürs nächste Gesundheitsheftli.

    gesundheits_presse

    Wenn die Anzeiger Luzern AG eine Publikation mit diesem Titel gratis an die Haushalte verteilt, dann sind wir im Deppenleerzeichen-Land. Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb man “Gesundheits-” und “Presse” auseinander schreiben soll. Der erste Teil ist noch nicht einmal ein eigenständiges Wort. Anders im Beispiel aus dem Titel: Im bekannten Roman gibt es (wohl) eine Figur namens “Schlafe”, die einen Bruder hat, und “Schlafes” ist der Genitiv von “Schlafe”. “Gesundheits” ist aber nicht der Genitiv zu “Gesundheit”. Das “-s” ist ein Fugen-s, das aus klanglichen Gründen in manchen zusammengesetzten deutschen Komposita eingefügt wird. Darum: “Gesundheitspresse”. Vielleicht haben die Schöpfer dieses Titels gedacht, das klinge “irgendwie blöd”, man assoziiere dann vielleicht mit “Zitronenpresse”. Das mag Ihnen jetzt vielleicht sauer aufstossen. Besonders, wenn Sie an die Patienten mit Langzeitpflegebedarf denken, die wegen der geplanten Neuregelungen in der Schweizer Gesundheitspolitik stärker ausgequetscht werden. In dieser Hinsicht liegt die Assoziation mit der Zitronenpresse eigentlich noch nahe. Aber weder das sprachliche noch das politische Problem lassen sich mit der inkorrekten Getrenntschreibung lösen.

    Kleiner Exkurs für Sprachinteressierte
    Da können Sprachhüter noch so flennen: Das zusammengesetzte Nomen, das immer häufiger auseinander geschrieben wird, und der Genitiv, der aus immer mehr angestammten Positionen verschwindet und durch Präpositionen ersetzt wird, haben im Deutschen eine Präzisionsschwäche gemeinsam. Sie fassen nämlich mehrere semantische Beziehungen zwischen z.B. zwei Nomen zusammen. Das Kompositum “Zitronenpresse” zum Beispiel geht um eine Presse, die Zitronen auspresst. Das Kompositum “Gesundheitspresse” dagegen quetscht nicht Gesundheit aus, sondern handelt von Gesundheitsthemen. Es gibt ein anderes Beispiel, das man oft zu hören bekommt. Es funktioniert als Kompositum und als Genitiv: “die Elternliebe” oder “die Liebe der Eltern”. Sie glauben mir nicht? Gut, hören Sie sich folgende zwei Beispielsätze an:

    (1) Tom hatte als Kind nie genug Elternliebe (Liebe der Eltern) erhalten.
    (2) Tom brachte es trotz aller Elternliebe (Liebe der Eltern) nicht übers Herz, sein Vorhaben aufzugeben.

    Bei Beispiel 1 ist die Liebe gemeint, die von den Eltern ausgeht, die die Eltern verspüren. Bei Beispiel 2 geht es um die Liebe, die Tom gegenüber seinen Eltern fühlt. Wer von Ihnen Latein hatte, wird den Genitiv aus Beispiel 2 noch als “genitivus objectivus” in Erinnerung haben. Im Deutschen klingt dieser Genitiv antiquiert, man würde das Kompositum wählen oder eine Konstruktion mit Präposition:

    Tom brachte es trotz aller Liebe zu seinen Eltern nicht übers Herz, sein Vorhaben aufzugeben.

    Deshalb tun mir Komposita mit Deppenleerzeichen und das leise Schwinden des Genitivs auch nicht so weh, wenn sie im Laufe des Sprachwandels Alternativen Platz machen, die es uns ermöglichen, uns präziser, wenn auch nicht unbedingt eleganter auszudrücken.

    Es gibt noch ein anderes lustig benanntes Medienprodukt in der Schweizer Gesundheitskommunikation, nämlich diese hier:

    Gesundheit Sprechstunde

    Hier kommt es noch besser: Gesundheit und Sprechstunde, das hat zwar irgendwie etwas miteinander zu tun, aber nicht syntaktisch. Eine Gartenzeitschrift könnte dementsprechend etwa “Blumentopf Gartenarbeit” heissen. Eine Gesundheitssprechstunde wäre zwar möglich, aber doch etwas sperrig und stilistisch ein Graus. Der Titel klingt fast so, als hätten sich die Macher zwischen zwei Begriffen nicht entscheiden können. Die Überlegungen könnten folgendermassen abgelaufen sein: “Gesundheit, das tönt so allgemein, so viel Verantwortung wollen wir für unsere Inhalte nicht übernehmen. Und Sprechstunde, das tönt so unangenehm nach klinisch riechendem Wartezimmer, nach Verbindlichkeit und Ausziehen vor dem Arzt. Dann schreiben wir halt Gesundheit Sprechstunde, das ist sehr angenehm und ein wenig unangenehm, macht zusammen also immer noch leicht angenehm. Und schliesslich wollen wir auch, dass die Leute etwas in unserem Online-Shop bestellen. Das tun sie nur, wenn es ihnen wohl ist. Also, gebongt.” Es könnten natürlich auch viel rationalere Gedanken dahinter gesteckt haben, aber sprachlich ist der Produkttitel wirklich hässlich. Nichts als eine Aufzählung von Nomen, die ein wenig mit einander zu tun haben.

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  • 11 Sep 2006 /  Allgemein

    Hola chicos y chicas, da bin ich wieder! Zwar noch am Ausheilen, aber es geht voraussichtlich nicht so lange wie befürchtet. Dieser Post ist sozusagen eine Altlast aus meiner präoperativen Zeit und das “Belegstück” wurde mir von Gottardo zugetragen. Nach meiner Spitallektüre “Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod 2″ allerdings passt es mir gerade noch einmal so gut in den Kram.

    Ex-Libris-Inserat

    Aus einem “Ex Libris”-Inserat im “PCTipp”

    Ex Libris verfügt zwar offenbar über eine kompakte Tintensuchmaschine, aber nur über Tinten-Patronen (mit Bindestrich gekoppelt, man könnte ja sonst sofort an Gewehrpatronen, pardon, Gewehr-Patronen denken). Das wäre ja noch nicht so schlimm. Auch an “Original Patronen” (Originales Deppenleerzeichen) hat man sich bereits gewöhnt. Nein, was mich stört, ist die Anpreisung von “Generika’s”. Der hilflose Inserategestalter, Werbetexter oder was auch immer ist hier nämlich über Zeichensetzung, Substantivbeugung und Bedeutung gestolpert. So wie Goofy über Banane, Spielzeugauto und Treppenstufe. Wollen wir den Sprach-Slapstick mal unter die Lupe nehmen:

    • Zeichensetzung: Der Autor wollte einen Plural mit der Endung -s bilden. So wie in Trafos, Demos, Mofas, Infos. Hier wird kein Apostroph gesetzt. Übrigens auch im Genitiv nicht: Veras Autos, Coops Luftballons.
    • Beugung: Das Substantiv heisst im Singular Generikum. Im Plural erhält es die lateinische Pluralendung -a: Generika lautet der richtige Plural auch im Deutschen. Steht in den neuesten *Dudens. Sie können aber auch einige Ihrer *Kollegen’s fragen.
    • Bedeutung: Beim dritten Stolperstein bin ich mir nicht sicher. Kann man den Begriff des Generikums ausser für günstige Nicht-Markenmedikamente, die dieselben Wirkstoffe wie bestimmte Markenprodukte enthalten, auch für andere Produktegruppen verwenden, die bestimmte Markenprodukte eben “imitieren”? Bei No-Name-Tintenpatronen halte ich es für eine gelungene Bedeutungsverallgemeinerung, aber wird das von Sprechern der deutschen Sprache wirklich verwendet?

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  • 01 Sep 2006 /  Allgemein

    Heute war mein letzter Arbeitstag bis auf Weiteres. Sie waren alle ganz lieb (nicht, dass sie das sonst nicht sind), und meine Abteilung hat mir sogar ein PSP-Game geschenkt. Ich war ziemlich gerührt und habe wahrscheinlich darob vergessen, mich angemessen bei allen zu bedanken. Am Dienstag geht’s unters Chirurgenmesser. Danach folgt eine schlimme Zeit für meinen Schatz und mich, und ich sage das nicht einfach so. Schliesslich haben wir das schon einmal durchgemacht. Eine Bäuchlings-Recovery-Zeit noch nicht bekannten Ausmasses. Ein Arbeitskollege hat gemeint, ich solle nicht so pathetisch tun. Vielleicht hat er Recht.

    Jedenfalls ist die nächste Blogopause erreicht. Ich melde mich wieder, versprochen…

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  • 15 Aug 2006 /  Allgemein

    Der Radsportbegeisterte Andy Rihs hat sich nach diversen Dopingfällen schweren Herzens dazu durchgerungen, sein Profi-Radteam aufzulösen.

    Quelle: Swissinfo

    Wer wird denn ob der vergangenen Dopingfälle gleich so epotional reagieren? Wir wünschen allen Radsportlern trotzdem gute Ergebnisse beim nächsten Test(osteron)

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  • 26 Jul 2006 /  Allgemein

    Ice Tea

    Neu sei der Eistee dieser Firma, steht auf der PET-Flasche. Das Etikett verspricht mehr Geschmack und weniger Zucker. Wenn man weiter schaut, entdeckt man dann den Hinweis “40 % weniger Zucker”. Aha, mein Lieblingseistee hat jetzt noch einen kleineren Zuckergehalt als vorher. Ach nein! Da steht noch “als die meistkonsumierten Süssgetränke in der Schweiz”. Ganz schön irreführend. Möglicherweise wurde der Zucker tatsächlich in der neuen Rezeptur reduziert und das Gesöff hat jetzt 40 Prozent weniger Zucker als andere Süssgetränke (welche?). Möglicherweise ist das Ganze auch nur ein billiger Trick, um dem Produktimage ein wenig Gesundheit anzudichten.

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  • 08 Jul 2006 /  Allgemein

    Nachdem ich hier so happy war, dachte ich, ich hätte den Sinus Pilonidalis überwunden. Leider hielt die Freude nur ca. 2-3 Wochen an, danach war wieder regelmässig Spitex angesagt. Leider führte auch das nicht zur gewünschten Abheilung. Deshalb soll sich jetzt die Plastische Chirurgie in Luzern um meine Wunde kümmern. Schnippel-Schnippel… Ich halte Euch auf dem Laufenden…

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  • 09 Dez 2005 /  Allgemein

    Mit einer Spitexfrau habe ich um einen Dürüm Kebap gewettet. Sie meinte, die Wunde sei in zwei Wochen verheilt. Ich wettete dagegen und schätzte die verbleibende Dauer auf einen Monat.
    Mittlerweile haben sich zwei weitere Spitexdamen auf meine Seite gestellt – gerne würde ich auf das Mahl verzichten und die Wette verlieren.

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  • 05 Nov 2005 /  Allgemein

    VALERE: Ihr scherzt wohl? Verstehen die [die Ärzte, Anm. reidan] denn irgend etwas davon? Geht nur, denen könnt Ihr mit jeder beliebigen Krankheit kommen, sie werden schon Gründe finden, Euch zu sagen, woher das kommt.

    VALERE: Vous moquez-vous? Y connaissent-ils [les médecins, Anm. reidan ] quelque chose? Allez, allez, vous pourrez avec eux avoir quel mal il vous plaira, ils vous trouveront des raisons pour vous dire d’où cela vient.
    Molière, “L’Avare”, 1. Akt, 5. Szene (Reclam).

    So kam es mir auch manchmal vor. Und darüber hinaus, TARMED sei dank, können sie mir auch 28.41 Franken Wegpauschale berechnen für einen Fünf-Minuten-Fussmarsch.

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