Nicht immer ist es einfach, der zu sein, den man fragt. Damals habe ich geschrieben, dass in den Medien immer wieder dieselben Experten auftreten. Explizit genannt hatte ich Claude Longchamp und Daniel Jositsch.
Nun erfahre ich im heutigen Newsletter der SRG SSR idée suisse, dass ein TV-Zuschauer sich an den Ombudsmann des Fernsehsenders wandte und das Schweizer Fernsehen der Schleichwerbung für Claude Longchamp bezichtigte. Am SF trete kein anderer Politologe auf, ausserdem sei das Firmenlogo bei einigen von Longchamps Statements allzu prominent sichtbar gewesen.
Achille Casanova kann den Verdacht auf Schleichwerbung meiner Meinung nach mit stichhaltigen Argumenten widerlegen. Interessant am Schlussbericht des Ombudsmanns Achille Casanova ist, wiederum in Bezug auf meinen Blog-Post vor einem Monat, folgende Original-Aussage:
Sie kritisieren auch, dass Herr Longchamp beim Schweizer Fernsehen eine prominente Stellung einnimmt und öfters das politische Geschehen kommentiert. Grundsätzlich teile ich Ihre Sorge, wonach es wünschenswert ist, wenn verschiedene Politologen – und das Gleiche gilt auch für andere Experten, zum Beispiel Strafrechtler [Hervorhebung reidan] – zur Kommentierung und Vertiefung der Aktualität in Anspruch genommen werden. Es ist an sich nicht gut, wenn immer die gleiche Person Expertenmeinungen abgibt.
Bingo. Bei den Strafrechtlern, die im Schweizer Fernsehen in letzter Zeit aufgetreten sind, ist der Plural eigentlich gar nicht zulässig. Es war nämlich immer (zumindest immer dann, als ich eingeschaltet hatte) Daniel Jositsch, der der war, den man fragte.
