
Frühlingserwachen: Die Burgruine Wartau vor der noch schneebedeckten Gauschla (links)
Wie vor einiger Zeit bereits beschrieben, necken sich die Bewohner zweier Wartauer Dörfer gegenseitig mit “Fröschni” und “Mehlsuppni”. In meinem Aufenthalt in der Gemeinde Wartau vom vergangenen Wochenende (von da stammt auch obiges Foto) habe ich auf einem Lokus einen kleinen Schatz entdeckt (meine Wege sind eben auch oft unergründlich).
Im 1985-er Bildband “Das schöne Werdenberg” sind (für einen Heimwehwartauer zumindest) wunderschöne Fotos der Werdenberger Dörfer von Markus Beyeler und hervorragend verfasste Texte meines Konfirmationspfarrers Jakob Vetsch zu finden. Letzterer ist heute auch als einer der Gründer der Internetseelsorge einigermassen bekannt.
Wie dem auch sei, in besagtem Buch deutet er den Sachverhalt mit den Kosenamen so: Die Gemeinde Wartau besteht aus Dörfern am Hang und Dörfern im Tal. Bevor der Rhein kanalisiert wurde, war das Gebiet um die heutige Ortschaft Weite relativ sumpfig, so dass man – ähnlich wie jeweils im Sommer beim Bahnhof Otelfingen Golfpark, wie ich mir vorstelle – jeden Abend Froschkonzerte hören konnte. Deshalb “Fröschni”. Im fruchtbaren Rheintal gab und gibt es aber auch zahlreiche Äcker. Die Oberschaner pflegten, zur Feldarbeit im Tal Mehlsuppe mitzunehmen, darum wurden sie als “Mehlsuppni” bezeichnet. Anders verhöhnt wurden die Feldarbeiter der Nachbargemeinde, sie trugen Pelzkappen. Heute heisst eine Seveler Guggenmusik “Pelzchappni” und der berühmteste Pelzchappni ohne Gugge, dafür mit dem wärmenden Kontrabass ist wohl Carmen Fenk.
