Man reise nach Oświęcim und von dort weiter nach Brzezinka. Gleich nach der kleinen Brücke kann man sie erkennen, die Respekt einflössenden Wachtürme. Sie umgeben ein fast zwei Quadratkilometer grosses Areal, das aus Baracken und Ruinen von Gebäuden besteht. Ein Bahngleis führt weit ins umzäunte Lager.

Blick zum Eingang: Auschwitz II im Juli 2007
Weit hinten kann man sie erkennen, die Birken von Birkenau. An diesem Tag im Juli 2007 ist es glühend heiss. Am Mahnmal bricht ein Amerikaner in Tränen aus. Wir gehen weiter: an zerstörten Baracken und den Grundmauern von Schatzkammern vorbei, in denen die geraubten Kostbarkeiten derjenigen Menschen aufbewahrt wurden, die hierher verschleppt worden waren. Beim Passieren der “Zentralsauna” kommen uns die grausamen Experimente Mengeles in den Sinn, dessen Notizen in Auschwitz I ausgestellt sind. Und dann sind da noch die Ruinen der Krematorien. Wir bewegen uns schon stundenlang in der riesigen Anlage, nicht ohne alle fünf Minuten auf einen neuen Schauplatz der Grausamkeit zu stossen. Ich erzähle nicht weiter von diesem heissen Julitag im Jahr 2007.
Soll das etwa alles ein Hirngespinst sein? Wurde hier etwas nachträglich aufgebaut, um die Welt zu betrügen? Auf 191 Hektaren?
Im Gegenteil. Die Nationalsozialisten haben versucht, manche Spuren ihrer Gräueltaten zu verwischen. Das Vernichtungslager steht aber immer noch dort. Jeder sollte es einmal besichtigt haben. Holocaust-Lügner werden ihren Irrtum hoffentlich einsehen. Vernunft genügt, um das Unvernünftige zu begreifen.
