05 Feb 2009 /
MainlyBrabbel
O Chicorée
Du gar seltsames Gewächs, das Du
unter Tage dem archäologischen Gespür zu entgehen suchst.
Welch törichtes Unterfangen, denn der Hungrige
hat Dich dort ausgesetzt, im Dreck, auf dass Du
reifen mögest zu einem köstlichen Mahle.
Deine weisse Noblesse
versucht sie zu veredeln
mit süsslichen Bananen – sinnlos.
Eitle Zichorie, erblichen bist Du
wenn Du mir trittst ins Angesicht.
Und auch ich erbleiche, wenn
meine blank gewetzte Klinge
Deine zarten Knospen durchtrennt.
Die schöne Hülle ist entzwei,
die Rache ist die Meine.
Vorbei ist das Bad der Genugtuung!
Mit dem ersten Bissen
begrüssen mich Deine Freunde:
erst Bitterkeit, dann Ekel.
Die Rache ist die Deine.
O Chicorée
ist das Leben nicht schon bitter genug?
03 Feb 2009 /
MainlyBrabbel
Man reise nach Oświęcim und von dort weiter nach Brzezinka. Gleich nach der kleinen Brücke kann man sie erkennen, die Respekt einflössenden Wachtürme. Sie umgeben ein fast zwei Quadratkilometer grosses Areal, das aus Baracken und Ruinen von Gebäuden besteht. Ein Bahngleis führt weit ins umzäunte Lager.

Blick zum Eingang: Auschwitz II im Juli 2007
Weit hinten kann man sie erkennen, die Birken von Birkenau. An diesem Tag im Juli 2007 ist es glühend heiss. Am Mahnmal bricht ein Amerikaner in Tränen aus. Wir gehen weiter: an zerstörten Baracken und den Grundmauern von Schatzkammern vorbei, in denen die geraubten Kostbarkeiten derjenigen Menschen aufbewahrt wurden, die hierher verschleppt worden waren. Beim Passieren der “Zentralsauna” kommen uns die grausamen Experimente Mengeles in den Sinn, dessen Notizen in Auschwitz I ausgestellt sind. Und dann sind da noch die Ruinen der Krematorien. Wir bewegen uns schon stundenlang in der riesigen Anlage, nicht ohne alle fünf Minuten auf einen neuen Schauplatz der Grausamkeit zu stossen. Ich erzähle nicht weiter von diesem heissen Julitag im Jahr 2007.
Soll das etwa alles ein Hirngespinst sein? Wurde hier etwas nachträglich aufgebaut, um die Welt zu betrügen? Auf 191 Hektaren?
Im Gegenteil. Die Nationalsozialisten haben versucht, manche Spuren ihrer Gräueltaten zu verwischen. Das Vernichtungslager steht aber immer noch dort. Jeder sollte es einmal besichtigt haben. Holocaust-Lügner werden ihren Irrtum hoffentlich einsehen. Vernunft genügt, um das Unvernünftige zu begreifen.
03 Feb 2009 /
MainlyBrabbel
DayDeal.ch ist, wie auch in der Liveshopping-Welt des grossen Kantons im Norden bemerkt worden ist, seit Montag online. Brack Electronics’ neues Baby ist ein Liveshopping-Portal nach den Vorbildern, die zurzeit in den USA (woot.com) und Deutschland (z.B. guut.de) Furore machen. Täglich wird nur ein Produkt angeboten, und das zu einem sensationellen Preis. Tags darauf gibt es ein neues Angebot; das vom Vortag ist dann nicht mehr erhältlich.
DayDeal.ch ist das erste Web-Projekt von Brack Electronics, das mit Community-Funktionen (Kommentare, Diskussion) ausgestattet ist. Die Site ist für Brack-Verhältnisse äusserst knallig designt. Und erntet nicht nur Lob dafür.
Ich habe nur am Rande mit der ganzen Geschichte zu tun. Im Büro sind aber die meisten aus dem Häuschen.
Tags: brack, daydeal.ch, e-commerce, Fabrik, live shopping