Das war der erste Gedanke, nachdem ich den doppelseitigen Geschäftsbericht (Seiten 4f.) in der Kundenzeitschrift meiner Krankenkasse gelesen hatte.
Mein Lieblingssatz daraus:
Dank integralen Informationssystemen erhalten diese rechtzeitig Meldung über die Arbeitsunfähigkeit von erkrankten und verunfallten Mitarbeitern, sorgen mit ihrer grossen Erfahrung und ihren Kenntnissen über die regionalen Kompetenzzentren für die wirkungsvollste Behandlung und helfen mit, dass eine zielführende Wiedereingliederung am Arbeitsplatz bestmöglich realisiert wird.
Ich glaube kaum, dass hier ein ausgebildeter Redaktor schreiben durfte. Der Rest der Zeitschrift ist besser geschrieben. Deshalb vermute ich, dass der Chef hier selbst die Feder in der Hand gehalten hat. Ist ja wichtig, so ein Geschäftsbericht.
Laut leichtlesbar.ch resultiert aus diesem 43-Wörter-Monstersatz ein Flesch-Lesbarkeitswert von -47. Als Vergleich gibt jene Website den durchschnittlichen Flesch-Wert einer anspruchsvollen Zeitung an: 20–40, aber wohlgemerkt NICHT im Minusbereich. Jaja, ich weiss, dass der Flesch-Wert für englischsprachige Texte entwickelt und die Lesbarkeit etwas oberflächlich aus Wort- und Satzlängen ableitet. Aber wenn man bei diesem Satz ranginge und einmal die Notwendigkeit jedes Adjektivs überprüfte, würde man schnell zu einem besseren Flesch-Wert kommen.
Ein weiterer schöner Satz:
Es liegt an den Kranken- und Unfallversicherern, zusammen mit den Leistungserbringern neue Entschädigungsmodelle zu entwickeln, welche die Wirkung respektive die Qualität der Gesundheitsversorgung ins Zentrum stellen und die Versicherten bei ihrem Gesundheitsverhalten und beim Konsum von Gesundheitsdienstleistungen in die Mitverantwortung nehmen.
Und zum Schluss noch ein schönes Wort:
Kompetenzleaderschaft
Ohne Kommentar.



