Wie habe ich mich doch auf dieses Game gefreut! Nun sind einige Spielstunden vergangen und ich kann erste Eindrücke schildern.
Die einzelnen Games der Zelda-Reihe sind mit meiner Biografie verbunden. Ich liebe Zelda-Games (im übrigen auch Metroid, die neueren Castlevanias oder Cave Story, da diese derselben Logik folgen), deshalb war ich natürlich auch schwer davon zu überzeugen, etwas Kritisches zu diesem Game zu sagen.
Zum audiovisuellen Genuss: Die Grafik ist aus texturierten Polygonen aufgebaut, meist spiele ich in Draufsicht. Der Sound ist DS-typisch etwas krächzend, aber lehnt sich stark an die klassischen Zelda-Themen an.
Beginnen wir mal bei der Steuerung: Die Steuerung erfolgt komplett per Touchpen. Um einen Feind anzugreifen, klicke ich ihn einfach mit dem Stift an – Link erledigt den Rest. Es gibt sogar Angriffsvariationen: Mit einem Touchpen-Wisch gegen Feinde oder Töpfe führe ich einen Schwerthieb aus. Zeichne ich um Link einen Kreis auf den Touchscreen, führt er die bekannte Wirbelattacke aus – praktisch, um Gras zu mähen und dabei Wertvolles einzusacken. Um Link zu bewegen, tippe ich auf eine beliebige Stelle auf dem Touchscreen. Je weiter weg von Link die Stelle ist, umso schneller läuft unser grüner Elfenheld. Auch die Bedienung von Items fällt leicht: z.B. einfach den Bumerang aus dem Item-Menü auswählen, Flugbahn zeichnen, Pen anheben und laufen lassen. Die Eingewöhnung fällt leicht – ich habe “Twilight Princess” auf Wii nur so ca. eine Minute lang gespielt, deshalb kann ich nicht vergleichen – nur so viel: Niemals wirst Du Link wieder mit einem Steuerkreuz oder Joypad steuern wollen!
Die Geschichte knüpft an die GameCube-Episode “Wind Waker” an und spielt somit in einer Inselwelt voller geheimnisvoller Eilande, verborgenen Schätzen und Piraten. Hier scheiden sich die Geister zwischen Hyrule-Landeiern und Seefahrern – mir gefällts. Zumal die Seefahrten jetzt um einiges kürzer und auch kurzweiliger ausgefallen sind. Liebevoll eingedeutschte Texte und die putzige Figuren-Präsentation bringen mich in Stimmung. Die Rätsel nutzen die Gimmicks des Nintendo DS gut aus. Via Mikrofon Kerzen ausblasen, Karten via Zuklappen des Handhelds kopieren, Symbole mittels Stift nachzeichnen – all das ergänzt die klassischen Schalter- und Schieberätsel, für die ich Zelda so liebe. Die Endgegner sind witzig, aber auch knackig. Niemals aber unfair. Zumindest bis jetzt, mein Link ist erst mit fünf Herzcontainern unterwegs.
Der einzige Wermutstropfen ist der Palast des Meereskönigs. Hier kämpfe ich mich innerhalb eines Zeitlimits durch ein Dungeon mit mehreren Stockwerken. Nach Ablauf dieses Limits verliere ich mit jedem Schritt ausserhalb der fair verteilten sicheren Zonen Herzchen für Herzchen Lebensenergie. Dazu gesellen sich teilweise unbesiegbare Feinde. Nach jedem neuen Verlies ist wieder dort ein Besuch fällig, bei dem es mithilfe der neu errungenen Items und mehr Zeit auf der namensgebenden Phantom-Sanduhr immer tiefer hinab geht. Das Zeitlimit und die unbesiegbaren Phantome wären ja noch zu verkraften. Aber dass ich innerhalb dieses Palastes immer wieder vom Anfang beginnen muss, nervt einfach.
Prädikat: trotzdem höchst empfehlenswert!


