• 10 Okt 2006 /  Allgemein 12 Comments

    Gestern habe ich auf Laestermaul über ein falsches Bild auf Blick Online geschrieben. Ein Redakteur ist offensichtlich darauf gestossen und hat einen Kommentar hinterlassen. Das Bild sei von der Agentur falsch geliefert worden und sie hätten es ersetzt. Anstatt sich auf diese Weise fürs Aufmerksammachen zu bedanken, hätte Ringier genauso gut verlangen können, dass ich den Post vom Netz nehme. Was ich auch getan hätte, denn schliesslich wars schon etwas frech von mir, nicht den Kontakt mit den Medienmachern zu suchen, sondern den kleinen Lapsus als Stoff für mein Weblog zu gebrauchen.

    neuerdings berichtet zwei Mal über dieselbe Neuheit
    Niemand ist perfekt und braucht es auch nicht zu sein. Und ich bin auch keiner, der Liebesbriefe mit dem roten Kugelschreiber liest. Bei Bloggern gehe ich etwas subtiler vor als bei den etablierten Massenmedien. Meistens hinterlasse ich einen Kommentar und warte auf Stellungnahme. Dass ich den folgenden Sachverhalt trotzdem auf Laestermaul bringe, hat sich das Gadget-Blog neuerdings.com selbst zuzuschreiben. Denn genau so einen (nota bene höflich formulierten) Kommentar von mir haben die Autoren gelöscht.

    Damian Amherd schrieb gestern einen Artikel über einen USB-Hub, der aus mehreren drehbaren Würfeln besteht. Christina Schmid, ebenfalls Autorin bei neuerdings.com, schrieb heute einen Artikel über einen USB-Hub, der aus mehreren drehbaren Würfeln besteht. Dasselbe Produkt kurz mit einem Link als nie dagewesen vorgestellt, würde ich sagen.

    Nicht die feine Art
    In einem Kommentar beim neueren Blogartikel machte ich darauf aufmerksam. Vor kurzer Zeit schaute ich wieder auf neuerdings.com vorbei, in der Erwartung, dass jemand meinen Kommentar gesehen hatte und sich bedankte oder in irgendeiner Form anders reagierte. Aber sieh da: der Kommentar war weg und mit ihm der zweite Artikel. Beides ist gelöscht worden. Fast drei Jahre lese und kommentiere ich auf Weblogs, aber ein Kommentar ist meines Wissens noch nie gelöscht worden. Was neuerdings.com dagegen auf keinen Fall löschen würde, ist ein Testbericht über ein (vermeintlich? Keine Ahnung!) schlechtes Gerät, auch wenn der Hersteller die Autoren darum bittet, wie der Post hier zeigt. Passiert anderen ein Missgeschick, versucht man die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Passiert einem selbst eines, dann wird davon abgelenkt.

    Wenn schon vertuschen, dann wenigstens nicht erwischen lassen
    Begangene Fehler zu vertuschen ist minderwertige PR. Der beste Weg, um einerseits das eigene Gesicht zu wahren und andererseits den kommunikativen Bedürfnissen von mir als Stakeholder genüge zu tun, wäre gewesen, wenn mich eine/r der Autoren diskret via E-Mail über die Löschung des Beitrags informiert hätte. Aber wenn schon vertuschen, dann wenigstens alle Spuren verwischen: Dank meiner Kommentarverfolgung auf coComment bleibt der Kommentar zum nicht mehr vorhandenen Post (http://neuerdings.com/2006/10/10/lets-twist-again/, nicht mehr gültig) archiviert:

    lost article

    Von wegen “ungefilterte Schreibe”
    Das Weblog neuerdings.com ist Teil des Unternehmens blogwerk, das mit dem Aufbau eines professionellen Netzwerks monothematischer Blogs über Bannerwerbung Geld verdienen will. Auf dem Weg zur Profession muss die “Schreibe” tatsächlich ungefiltert sein, denn freie Meinungsäusserung ist eine Stärke von Weblogs. Und auf dem Weg zur professionellen PR in eigener Sache muss eine “Corporate Identity” her, die nicht nur ein gemeinsames Design, sondern auch gemeinsame Verhaltensregeln gegenüber der Öffentlichkeit festlegt.

    Posted by reidan @ 13:37

    Tags:

12 Responses

WP_Blue_Mist
  • Peter Hogenkamp Says:

    Hallo Daniel
    Ich weiss nichts davon, habe sowohl den dopppelten Beitrag wie das Löschen wohl verpasst. Wenn es so ist, wie Du schreibst, und davon gehe ich aus, wäre das sicher nicht im Sinne des Erfinders, vulgo auch der Firma Blogwerka als Herausgeberin von neuerdings. Es wird, natürlich, eigentlich überhaupt nichts gelöscht, Ehrensache.
    Wir klären das intern ab, und ich melde mich wieder.
    Gruss, Peter

  • reidan Says:

    Herr Hogenkamp, mit Ihrer freundlichen, schnellen und angemessen Reaktion haben Sie mich jetzt allerdings beeindruckt. Zwei Dinge habe ich im Beitrag vergessen zu erwähnen: Ich lese neuerdings und medienlese äusserst gerne – nicht nur, aber auch von Berufs wegen. Und die zweite Sache: Mir ist auch klar, dass bei Kollektivblogs eine Koordination nicht immer möglich ist.

  • Peter Hogenkamp Says:

    Hallo Daniel
    Ich duze alle Blogger, wir können uns aber auch gern siezen. Ich würde dann im nächsten Kommentar damit beginnen. :-)
    Also, wir haben das geklärt, ich muss mich wirklich im entschuldigen. Da haben wir wohl intern zu wenig besprochen, wie Blog-Etiquette funktioniert.
    Beiträge löschen ist schon unschön, selbst wenn man sie versehentlich publiziert hat, schon wegen des Wortes “Perma”link, Kommentare löschen erst recht, und Kommentare löschen, ohne den Vorgang zu kommentieren, geht gar nicht.
    Wir üben noch und wollen uns bessern! Danke für eine zweite Chance.
    Gruss, Peter

  • coComment blog » Blog Archive » Sampling the Blogosphere Says:

    [...] Once again, it seems that coComment has kept proof of questionable comment removal. [...]

  • Peter Hogenkamp Says:

    Das soll keine Retourkutsche sein, aber ich habe gestern gegen 17 Uhr zweimal kommentiert und die Sache “aufgeklärt”. Wo sind denn diese Kommentare geblieben?
    Gruss, Peter

  • Peter Hogenkamp Says:

    (Hm. Dachte gestern, als zweimal nichts passiert hier müsste erst freigeschaltet werden. Dem ist aber offenbar nicht so. War vielleicht ein UMTS-Problem aus dem Zug. Schreibe ich einfach den Text von gestern nochmal schnell rein.)
    Es war ein Fehler. Christina hatte gestern erst nach dem Posten eines Beitrags bemerkt, dass Damian vorgestern über genau das gleiche berichtet hatte. Sie hat dann einfach schnell den Beitrag gelöscht (“er war nur zehn Minuten online”, sagt sie), dabei ist der Kommentar natürlich mit verschwunden.
    Ich könnte sagen, dass das nicht der “corporate policy” von Blogwerk entspricht – natürlich löscht man keine Beiträge und schon gar keine Kommentare -, aber wir haben noch gar keine Policy, was sowas angeht. Die müssen wir uns jetzt daraufhin mal ausdenken.
    Fazit: Wir üben weiter. Danke für eine zweite Chance.
    Gruss, Peter
    (Deutlich länger geworden als das Original von gestern. “Ich hatte keine Zeit, etwas kürzeres zu schreiben.” Autor vergessen.)

  • reidan Says:

    Guten Tag, der Spamfilter “Akismet” hat diese Kommentare “gefressen”. Jetzt ist er hier. Ich dachte, Ihr E-Mail beziehe sich auf den ersten Kommentar von 14 Uhr. Wie Sie sehen, übe ich auch noch mit der Bedienung; es hat sich schon lange kein Kommentar mehr dort verfangen.

  • Peter Hogenkamp Says:

    OK, danke. Jetzt ist alles da — und die Verwirrung komplett für den, der jetzt erst einsteigt. :-)

  • leu Says:

    Ich habs trotz allem begriffen. Seit ihr jetzt per du oder per sie im endeffekt?

  • Peter Hogenkamp Says:

    Bist halt ein helles Köpfchen. Aus Dir wird mal was!

    Ich glaube, ich bin per Du, und Daniel per Sie. Aber ich werde ihn weiter betrbeiten…

  • reidan Says:

    Was jetzt Du Herr Peter, betreiben oder bearbeiten? Ist es jetzt klarer für Dich, Herr Leu?

  • Sampling the Blogosphere at Climb to the Stars (Stephanie Booth) Says:

    [...] again, it seems that coComment has kept proof of questionable comment removal trace of a comment removed by mistake. (My excuses. Blame my spotty German. — [...]

Leave a Comment

Please note: Comment moderation is enabled and may delay your comment. There is no need to resubmit your comment.