Gestern habe ich auf Laestermaul über ein falsches Bild auf Blick Online geschrieben. Ein Redakteur ist offensichtlich darauf gestossen und hat einen Kommentar hinterlassen. Das Bild sei von der Agentur falsch geliefert worden und sie hätten es ersetzt. Anstatt sich auf diese Weise fürs Aufmerksammachen zu bedanken, hätte Ringier genauso gut verlangen können, dass ich den Post vom Netz nehme. Was ich auch getan hätte, denn schliesslich wars schon etwas frech von mir, nicht den Kontakt mit den Medienmachern zu suchen, sondern den kleinen Lapsus als Stoff für mein Weblog zu gebrauchen.
neuerdings berichtet zwei Mal über dieselbe Neuheit
Niemand ist perfekt und braucht es auch nicht zu sein. Und ich bin auch keiner, der Liebesbriefe mit dem roten Kugelschreiber liest. Bei Bloggern gehe ich etwas subtiler vor als bei den etablierten Massenmedien. Meistens hinterlasse ich einen Kommentar und warte auf Stellungnahme. Dass ich den folgenden Sachverhalt trotzdem auf Laestermaul bringe, hat sich das Gadget-Blog neuerdings.com selbst zuzuschreiben. Denn genau so einen (nota bene höflich formulierten) Kommentar von mir haben die Autoren gelöscht.
Damian Amherd schrieb gestern einen Artikel über einen USB-Hub, der aus mehreren drehbaren Würfeln besteht. Christina Schmid, ebenfalls Autorin bei neuerdings.com, schrieb heute einen Artikel über einen USB-Hub, der aus mehreren drehbaren Würfeln besteht. Dasselbe Produkt kurz mit einem Link als nie dagewesen vorgestellt, würde ich sagen.
Nicht die feine Art
In einem Kommentar beim neueren Blogartikel machte ich darauf aufmerksam. Vor kurzer Zeit schaute ich wieder auf neuerdings.com vorbei, in der Erwartung, dass jemand meinen Kommentar gesehen hatte und sich bedankte oder in irgendeiner Form anders reagierte. Aber sieh da: der Kommentar war weg und mit ihm der zweite Artikel. Beides ist gelöscht worden. Fast drei Jahre lese und kommentiere ich auf Weblogs, aber ein Kommentar ist meines Wissens noch nie gelöscht worden. Was neuerdings.com dagegen auf keinen Fall löschen würde, ist ein Testbericht über ein (vermeintlich? Keine Ahnung!) schlechtes Gerät, auch wenn der Hersteller die Autoren darum bittet, wie der Post hier zeigt. Passiert anderen ein Missgeschick, versucht man die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Passiert einem selbst eines, dann wird davon abgelenkt.
Wenn schon vertuschen, dann wenigstens nicht erwischen lassen
Begangene Fehler zu vertuschen ist minderwertige PR. Der beste Weg, um einerseits das eigene Gesicht zu wahren und andererseits den kommunikativen Bedürfnissen von mir als Stakeholder genüge zu tun, wäre gewesen, wenn mich eine/r der Autoren diskret via E-Mail über die Löschung des Beitrags informiert hätte. Aber wenn schon vertuschen, dann wenigstens alle Spuren verwischen: Dank meiner Kommentarverfolgung auf coComment bleibt der Kommentar zum nicht mehr vorhandenen Post (http://neuerdings.com/2006/10/10/lets-twist-again/, nicht mehr gültig) archiviert:
Von wegen “ungefilterte Schreibe”
Das Weblog neuerdings.com ist Teil des Unternehmens blogwerk, das mit dem Aufbau eines professionellen Netzwerks monothematischer Blogs über Bannerwerbung Geld verdienen will. Auf dem Weg zur Profession muss die “Schreibe” tatsächlich ungefiltert sein, denn freie Meinungsäusserung ist eine Stärke von Weblogs. Und auf dem Weg zur professionellen PR in eigener Sache muss eine “Corporate Identity” her, die nicht nur ein gemeinsames Design, sondern auch gemeinsame Verhaltensregeln gegenüber der Öffentlichkeit festlegt.