• 29 Sep 2006 /  Allgemein

    In diesem Forumsbeitrag las ich:

    Mein Rat an alle, die mich jeweils fragen, ob sie CC oder ADSL nehmen sollen: Wenn CC funktioniert, ist es ADSL hochhaus überlegen und ADSL vorzuziehen. Wenn CC nicht funktioniert, dann ist man arm dran.

    Arm dran ist der, der nicht bemerkt, dass nicht der Internetzugang das Problem ist (so sehr ich auch die Debatten über ADSL und Cable-Internet in der Vergangenheit selbst verfolgt habe), sondern die Formulierung “hochhaus überlegen”.

    Ich bin ja sonst kein Sprachhüter, und es ist gut möglich, dass in fünfzig Jahren ein Adverb namens “hochhaus” im “Duden” steht. Aber in der aktuellen Ausgabe steht es noch nicht. Trotzdem handelt es sich nicht um einen Einzelfall: Die Google-Suche enthüllt hunderte unbekümmerter “hochhaus überlegen”-Sager.

    “Hochhaus” ist ein Nomen und bedeutet “hohes Haus”. Es gibt aber ein Adjektiv namens “haushoch”, was “hoch wie ein Haus” bedeutet. Und es gibt eine Partikel “weitaus” (z.B. “weitaus grösser als”), aber keine namens “hochaus”.

    Es kann aber sein, dass je nach Bedarf eine Holzhütte einem Hochhaus überlegen ist. Aber das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

    Es ist auch möglich, dass diese Wendung scherzhaft verwendet wird und ich es einfach nicht bemerke oder nicht lustig finde. Die Jugendsprache als Motor für den Sprachwandel ist meinem Vokabular schon lange haushoch überlegen.

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  • 29 Sep 2006 /  Allgemein

    Nichts Neues: Die werbeorientierte Gesundheitskommunikation schert sich nicht um sprachliche Prinzipien. Dieser Artikel handelt von Leerzeichen, die dort nicht sein dürften und zusammenhanglosen Aufzählungen von Nomen. So lauten nämlich die Rezepte für die Kreation eines passenden Titels fürs nächste Gesundheitsheftli.

    gesundheits_presse

    Wenn die Anzeiger Luzern AG eine Publikation mit diesem Titel gratis an die Haushalte verteilt, dann sind wir im Deppenleerzeichen-Land. Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb man “Gesundheits-” und “Presse” auseinander schreiben soll. Der erste Teil ist noch nicht einmal ein eigenständiges Wort. Anders im Beispiel aus dem Titel: Im bekannten Roman gibt es (wohl) eine Figur namens “Schlafe”, die einen Bruder hat, und “Schlafes” ist der Genitiv von “Schlafe”. “Gesundheits” ist aber nicht der Genitiv zu “Gesundheit”. Das “-s” ist ein Fugen-s, das aus klanglichen Gründen in manchen zusammengesetzten deutschen Komposita eingefügt wird. Darum: “Gesundheitspresse”. Vielleicht haben die Schöpfer dieses Titels gedacht, das klinge “irgendwie blöd”, man assoziiere dann vielleicht mit “Zitronenpresse”. Das mag Ihnen jetzt vielleicht sauer aufstossen. Besonders, wenn Sie an die Patienten mit Langzeitpflegebedarf denken, die wegen der geplanten Neuregelungen in der Schweizer Gesundheitspolitik stärker ausgequetscht werden. In dieser Hinsicht liegt die Assoziation mit der Zitronenpresse eigentlich noch nahe. Aber weder das sprachliche noch das politische Problem lassen sich mit der inkorrekten Getrenntschreibung lösen.

    Kleiner Exkurs für Sprachinteressierte
    Da können Sprachhüter noch so flennen: Das zusammengesetzte Nomen, das immer häufiger auseinander geschrieben wird, und der Genitiv, der aus immer mehr angestammten Positionen verschwindet und durch Präpositionen ersetzt wird, haben im Deutschen eine Präzisionsschwäche gemeinsam. Sie fassen nämlich mehrere semantische Beziehungen zwischen z.B. zwei Nomen zusammen. Das Kompositum “Zitronenpresse” zum Beispiel geht um eine Presse, die Zitronen auspresst. Das Kompositum “Gesundheitspresse” dagegen quetscht nicht Gesundheit aus, sondern handelt von Gesundheitsthemen. Es gibt ein anderes Beispiel, das man oft zu hören bekommt. Es funktioniert als Kompositum und als Genitiv: “die Elternliebe” oder “die Liebe der Eltern”. Sie glauben mir nicht? Gut, hören Sie sich folgende zwei Beispielsätze an:

    (1) Tom hatte als Kind nie genug Elternliebe (Liebe der Eltern) erhalten.
    (2) Tom brachte es trotz aller Elternliebe (Liebe der Eltern) nicht übers Herz, sein Vorhaben aufzugeben.

    Bei Beispiel 1 ist die Liebe gemeint, die von den Eltern ausgeht, die die Eltern verspüren. Bei Beispiel 2 geht es um die Liebe, die Tom gegenüber seinen Eltern fühlt. Wer von Ihnen Latein hatte, wird den Genitiv aus Beispiel 2 noch als “genitivus objectivus” in Erinnerung haben. Im Deutschen klingt dieser Genitiv antiquiert, man würde das Kompositum wählen oder eine Konstruktion mit Präposition:

    Tom brachte es trotz aller Liebe zu seinen Eltern nicht übers Herz, sein Vorhaben aufzugeben.

    Deshalb tun mir Komposita mit Deppenleerzeichen und das leise Schwinden des Genitivs auch nicht so weh, wenn sie im Laufe des Sprachwandels Alternativen Platz machen, die es uns ermöglichen, uns präziser, wenn auch nicht unbedingt eleganter auszudrücken.

    Es gibt noch ein anderes lustig benanntes Medienprodukt in der Schweizer Gesundheitskommunikation, nämlich diese hier:

    Gesundheit Sprechstunde

    Hier kommt es noch besser: Gesundheit und Sprechstunde, das hat zwar irgendwie etwas miteinander zu tun, aber nicht syntaktisch. Eine Gartenzeitschrift könnte dementsprechend etwa “Blumentopf Gartenarbeit” heissen. Eine Gesundheitssprechstunde wäre zwar möglich, aber doch etwas sperrig und stilistisch ein Graus. Der Titel klingt fast so, als hätten sich die Macher zwischen zwei Begriffen nicht entscheiden können. Die Überlegungen könnten folgendermassen abgelaufen sein: “Gesundheit, das tönt so allgemein, so viel Verantwortung wollen wir für unsere Inhalte nicht übernehmen. Und Sprechstunde, das tönt so unangenehm nach klinisch riechendem Wartezimmer, nach Verbindlichkeit und Ausziehen vor dem Arzt. Dann schreiben wir halt Gesundheit Sprechstunde, das ist sehr angenehm und ein wenig unangenehm, macht zusammen also immer noch leicht angenehm. Und schliesslich wollen wir auch, dass die Leute etwas in unserem Online-Shop bestellen. Das tun sie nur, wenn es ihnen wohl ist. Also, gebongt.” Es könnten natürlich auch viel rationalere Gedanken dahinter gesteckt haben, aber sprachlich ist der Produkttitel wirklich hässlich. Nichts als eine Aufzählung von Nomen, die ein wenig mit einander zu tun haben.

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  • 28 Sep 2006 /  Allgemein

    Auf dieser Seite bei xbox.com gibts ein rund 70-minütiges Briefing von Microsofts X06-Show als Windows-Media-Stream. Es gibt viel Propaganda, einige neue sehenswerte Trailer (darunter “Halo Wars”) und kommentierte Live-Gameplay-Demos. Am selben Abend wurde bei XBOX Live Arcade – nein, leider nicht “Lumines Live” – sondern der Klassiker “Doom” zum Download aufgeschaltet und “Sensible Soccer” angekündigt.

    Ich wandte mich derweil den Demos zu “Sonic The Hedgehog” und “Lego Star Wars II” zu. Beide machen Spass, aber die Verquickung der Marken Lego und Krieg der Sterne ist den Entwicklern genial gelungen. Dazu kommt, dass man im Demo-Level Figuren für das richtige Spiel freischalten kann (siehe Bild).

    demo durchgespielt
    Lego-Niedlichkeit, Star-Wars-Feeling, John Williams’ Musik in 5.1 Dolby Digital Sound und das Ganze in einer HDTV-Auflösung von 720p!

    (Und das waren noch nicht alle Geheimnisse, die es zu entdecken gibt!)

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  • 27 Sep 2006 /  Allgemein

    Mitarbeiter von gfs.bern, des renommierten Forschungsinstituts “für Politik, Kommunikation und Gesellschaft”, schreiben seit fast einer Woche im Kommunikationsblog. Tapfer kämpfen die Autoren des neu gegründeten Weblogs gegen Missverständnisse in der Anwendung und Ergebnisinterpretation von Methoden der empirischen Sozialforschung. Das ist sinnvoll. Denn nicht nur, dass Blogger mit Begriffen wie Validität, Reliabilität und Repräsentativität nichts anzufangen wissen (vgl. auf Laestermaul etwa hier oder hier), nein, leider tappen oft auch Journalisten im Dunkeln. Oder sie kritisieren scheinbare Studienresultate, die von den Forschern gar nie ermittelt wurden.

    Welche Themen sonst noch zum Mission Statement des Kommunikationsblogs gehören, muss abgewartet werden. Der Anfang ist gemacht und dank gut verfasster Artikel gelungen. Da kann ich zwischen den Invektiven gegen die Verdreher wissenschaftlicher Aussagen die eine oder andere Werbung für die eigenen Produkte gut verkraften.

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  • 26 Sep 2006 /  Allgemein

    Mit dem ß, “Eszett” genannt, haben wir Schweizer nichts am Hut. Da können wir Eigenbrötler stolz darauf sein, denn eigentlich braucht es dieses Zeichen gar nicht. Gar nicht? Einige ökonomisch denkende Schweizer haben das Eszett wieder eingeführt: im SMS. Was mich daran stört, lesen Sie in diesem Blog-Artikel.

    Selbst die Neue Zürcher Zeitung gab die Setzung des Eszett Mitte der Siebziger Jahre auf (siehe auch DaF-Blog). In der Schweiz sind alle ß durch ss ersetzt; diese Regelung ist amtlich.

    Beim Redigieren von Pressetexten aus dem deutschsprachigen Ausland, was ich fürs Geschäft oft tun muss, führe ich deshalb meist ein globales “Suchen-und-Ersetzen” durch, um sicher zu gehen, dass ich alle Eszetts getilgt habe. Denn unser Geschäft bedient nur Kunden in der Schweiz. Im unterhaltsamen Buch “How To Be A Star” von “Weltwoche”-Kolumnist Mark van Huisseling findet man allerdings trotzdem Eszetts, obwohl das Buch beim Schweizer Verlag Nagel und Kimche erschienen ist. Dies aus dem Grund, da der Buchverlag auch Leser in Österreich und Deutschland bedienen möchte (und mittlerweile einem deutschen Verlag gehört).

    Und ich habe noch mehr Schweizer gefunden, die das Eszett nutzen. Zwei, drei Leute aus meinem Umfeld benutzen das Eszett in ihren SMS, die sie mir schicken (hoffentlich schicken sie mir nach diesem Post immer noch SMS…). Und zwar setzen sie das Eszett immer dort, wo ich ein Doppel-S schriebe. Nun, das Eszett spart immerhin ein Zeichen, und SMS sind immer noch verhältnismässig teuer. Aber sie tun das auch, wenn sie nur ein kurzes Sätzchen verfassen. Nur weil man in der Schweiz jedes Eszett durch ein Doppel-S ersetzt, heisst das noch lange nicht, dass man jedes ss umgekehrt zu einem ß machen darf. Der Wikipedia (ein tolles Ding!) ist dieser Trend auch schon aufgefallen.

    Seit Inkrafttreten der neuen deutschen Rechtschreibung ist das korrekte Setzen des Eszetts nicht nur für Deutsche und Österreicher einfacher geworden, nein – es leuchtet sogar mir ein, obwohl ich das Eszett nicht verwenden muss. Ein Eszett wird geschrieben, wenn der vorangehende Vokal lange ist (einschliesslich einem Diphtong), das Doppel-S zeigt an, dass der vorangehende Vokal kurz ist. In der Verbform “muss” muss deshalb ein Doppel-S gesetzt werden, sonst hat man schon fast Brei (“Mus”). Und beim Beispiel aus dem Titel, “wissen”, schreibt man ebenfalls ss, da das i kurz ist. Sonst, wenn das i lang wäre, fände man sich nämlich auf der Münchner Theresienwiese in einem Bierzelt wieder (“Wiesn”). Hingegen müssen es Rußpartikel sein, es sei denn, man hätte einen Osteuropäer zerstückelt (Kleinteile eines Russen). Und zum Schluss noch fehlt ein Beispiel für Eszett nach Diphtong, also bitte: “Steißbeinfistel”. Standardsprachlich ist das so, aber es lässt sich natürlich nicht ausschliessen, dass manche Wörter (z.B. “Geschoss”) in manchen Dialekten mit einem langen, geschlossenen und in anderen mit einem kurzen offenen Vokal gesprochen werden.

    Lautlich gesehen übrigens handelt es sich um exakt denselben stimmlosen alveolaren Frikativ “s”. Der Unterschied zwischen ss/ß und s besteht nicht in der Länge (sie “zischen” genau gleich lang), sondern in der Unterscheidung zwischen stimmlosem und stimmhaftem s. Vor allem Schweizer tun sich schwer, den Unterschied zwischen einem s wie in “Summe” und einem ss wie in “Stuss” herauszuhören. Genau genommen funktioniert auch der witzige Vergleich zwischen “wissen” und “Wiesn/Wißen” nicht, denn beim bayerischen Namen fürs Oktoberfest ist das s stimmhaft.

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  • 26 Sep 2006 /  Allgemein

    ASUS Live Update

    Immer wieder eine Freude bereitet uns ASUS mittels seines Freistil-Umgangs mit der englischen Sprache. Der aktuelle Katalog strotzt vor Übersetzungsfehlern. Ich glaube, es müsste “There is no need to update the environment” heissen. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass diese Art der Satzstellung in anderen Sprachen funktioniert.

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  • 23 Sep 2006 /  Allgemein

    NLZ neulich
    Sorry guys für die schlechte Bildqualität

    Hallo, wieder von zu Hause aus… Neulich in der NLZ stand auf Seite 2 unter “Top-News” diese Zusammenfassung. Wer alle Fehler findet, die/den lade ich nach Sursee oder Mägenwil zum Kafi ein, sobald mein Sitzfleisch sich wieder erholt hat.

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  • 22 Sep 2006 /  Allgemein


    Ein Spitalaufenthalt kann mit der Zeit (buchstäblich tierisch) langweilen, wie man sieht. Wenigstens hab ich genug guten Lesestoff dabei und kann Spaziergänge zum Hirschpark unternehmen. Und mein Schatz besucht mich oft!
    And now for (?) something completely different: Vielen Dank Euch fleissigen Kommentatoren! Erstmals in der bald dreijährigen Laestermaul-Geschichte übersteigt die Zahl der Kommentare die meiner Postings! Für so ein in der Masse und von den Besucherzahlen her bedeutungsloses Weblog ist das doch ein ziemlicher Erfolg!

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  • 17 Sep 2006 /  Allgemein

    Um alle Missverständnisse und Zweifel (z.B. Olis Kommentar zum letzten Post) auszuräumen: Ich befinde mich wieder im Spital!

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  • 14 Sep 2006 /  Allgemein

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