• 25 Feb 2006 /  Allgemein

    Unten steht die Replik auf das beleidigende E-Mail eines Herrn XY, der neulich über das schlechte Deutsch in Radio und Fernsehen wetterte. Entweder hat er sich damit abgegeben oder steht schon in Kontakt mit seinen Anwälten, ich weiss es nicht. Jedenfalls hat er mir auf dieses Mail keine Antwort mehr geschrieben:

    Sehr geehrter Herr (Name)

    Habe mittlerweile die Kommentare zu Ihrem Beitrag auf der Meinungsplattform gelesen – es hat einige differenzierte, gute darunter.

    Ich habe kein Problem damit, meine Meinung als die eigene auszuzeichnen und mit meiner E-Mail-Adresse zu unterschreiben, und ich habe auch kein Problem damit, dass Sie mich mit dem Wort “Besserwisser” beleidigen. Auch dass Sie an meinem Verständnis für das so genannte “Problem” zweifeln, spricht nicht für Ihre Diskussionsbereitschaft.
    Da ich mich im Laufe meines Studiums sowohl mit den Massenmedien, mit Medienpädagogik, Psychologie und auch intensiv mit den Mechanismen von Sprache auseinander gesetzt habe, denke ich, dass ich tatsächlich besser weiss, wovon ich spreche.

    Es ist immer einfacher, die Ursache für ein Problem einem “Schwarzen Peter” zuzuschieben und bei Kritik alle anderen als Unwissende zu bezeichnen. Lassen Sie mich wenigstens versuchen, Ihnen meine Standpunkte klar zu machen:

    1. Die Sprache ist dauerndem Wandel unterzogen. Die Vermischung von Kulturen führt zu Veränderungen im Wortschatz wie auch in der Grammatik. Die deutsche Sprache ist ebenso entstanden. Denken Sie das nächste Mal dran, wenn Sie “Velo” (französisch), “Kiste” (griechisch), “Konto” (italienisch) oder “Kloster” (lateinisch) sagen. So, wie anderssprachige Ausdrücke ins Deutsch einfliessen, verschwindet der Genitiv langsam und schleichend aus der deutschen Sprache (man sagt “wegen dem Wetter” anstatt “wegen des Wetters”). Übrigens stammen Deutsch wie Englisch beide vom Germanischen ab, das mit den anderen genannten Sprachen vom Indogermanischen abstammt. Wie Sie sehen, eine einzige, grosse Familie.
    Warum sollte man einen geschichtlich gesehen flüchtigen Sprachstand dermassen schützen wollen, wie das die Franzosen (Computer = logiciel) tun oder die Nazis getan haben (Banane = Schlauchapfel)?

    2. Die Sozialisation, also die Eingliederung junger Menschen in die Gesamtgesellschaft, ist nicht allein von den Massenmedien abhängig. Eltern, Mitschüler und Schule kommen lange vor den Massenmedien. Früher war die Kirche ebenfalls wichtig. Die Kinder übernehmen zuerst die Sprache der Eltern, dann die der Mitschüler. Mit den technologischen Entwicklungen (Mobiltelefone für jedermann, Instant Messaging auf dem Computer) ist es sogar so, dass die Jugendlichen angeregt werden, sich überhaupt sprachlich auszutauschen, anstatt passiv vor dem Fernseher Trickfilme zu schauen. Dabei entwickeln sie eine kreative Kurzsprache, die uns Erwachsenen kryptisch und unschön erscheint.

    3. Die PISA-Studie misst schulische Leistungen, das hat wenig mit dem Erstspracherwerb zu tun – zumal der Test mehr als nur sprachliche Leistungen testet, z.B. 3D-Denken. Diese Leistung ist in erster Linie abhängig von der Vermittlungskompetenz der Lehrer.

    4. Die Standarddeutsch-Fähigkeiten unserer Moderatorinnen und Meteo-Häschen sind tatsächlich nicht über alle Zweifel erhaben. Allerdings ist ein gewisser Schweizer Akzent erlaubt. Es gibt Regeln für die “Fernsehsprache”, auf dessen Basis es ein Lexikon für “Schweizer Hochdeutsch” gibt.
    Glauben Sie eigentlich wirklich, dass unsere Kinder und Jugendlichen ausschliesslich die Sender der SRG hören? Sie haben offensichtlich nicht viel mit jungen Leuten zu tun.

    5. Musik kann auch ohne Textverständnis genossen werden. Die Mundartmusik andererseits ist, zumindest im Pop-Bereich, seit einigen Jahren wieder gut vertreten. Ich hoffe, Sie haben schon einmal von Plüsch, Florian Ast, Adrian Stern etc. gehört. Ich jedenfalls kenne diese Namen aus dem Radio. Im Vergleich zu englischen Produktionen ist der Anteil natürlich mehr als gering. Der Music Star-Finalist Mario Pacchioli hat letztes Jahr sogar eine Single in Rumantsch heraus gebracht. Aber ich bin nicht darüber informiert, was die “Schweizer Quote” in der Radioprogrammierung betrifft.

    6. Wer Englisch lernt, verschafft sich bedeutende Schlüsselvorteile fürs spätere Berufsleben. Ich glaube nicht, dass ich Ihnen das darlegen muss.

    7. Es geht sehr wohl darum, mit gutem Beispiel voran zu gehen, was die Beherrschung des Deutschen betrifft. Vielleicht kennen Sie Jean Piagets Theorie des Lernens am Modell. Ihr Beitrag strotzte nur so von Fehlern – dieselben Fehler, die Sie dann an den SRG-Mitarbeitern bemängeln.

    In diesem Sinne:
    Have a nice week-end!

    Daniel Rei

    Natürlich war das alles sehr verkürzt und vereinfacht dargestellt, aber ein wenig Fachidiotisch reicht in diesem Fall völlig, um mich der Beleidigung zu erwehren. Flüchtigkeitsfehler vorbehalten…

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  • 25 Feb 2006 /  Allgemein

    Oops, was ein Upgrade nicht alles auslösen kann… Moblogs funktionieren ab sofort wieder!

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  • 25 Feb 2006 /  Allgemein

    Moblog017.jpg Ziemlich suesslich!
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  • 25 Feb 2006 /  Allgemein

    Moblog015.jpg liebe Gruesse! Ich geniesse hier und jetzt das Klima des Mittelmeers
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  • 25 Feb 2006 /  Allgemein

    Hoppla, nach dem heutigen Upgrade auf WordPress 2.0.1 sind einige alte Trackbacks aus der WP2.0-Ära ausgelöst worden. Alle betroffenen Blogs bitte ich um Entschuldigung.

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  • 23 Feb 2006 /  Allgemein

    Heute morgen um fünf wurde ich durch Perkussion geweckt. Was ist los? Aha, ich wohne ja im Kanton Luzern. Als Ausserkantonaler und Nichtfasnächtler bin ich wahrscheinlich in geringerem Masse dafür begeisterungsfähig. Ganz anders muss es die Texter dieses Schnipsels aus einem Interdiscount-Prospekt geschüttelt haben. Sie wollen die “Dual Core”-Technologie marketingwirksam (?) und mit einigen Stilblüten erklären:

    centrinoduo.jpg

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  • 18 Feb 2006 /  Allgemein

    Leserbrief zu Bänz Friedlis Kolumne im “Migros-Magazin” 7 vom 14. Februar:

    Sicher verstehe ich Spass, und feine Ironie käme auch bei mir als verantwortungsbewusstem Vater gut an. Aber was Bänz Friedli in seiner Kolumne schreibt, ist nur noch billiger Witz, banal und peinlich. Und dies im Jubiläumsjahr Mozarts. Wie wäre es einmal mit der Kindersymphonie?

    Gute Idee, nur: Mein “Migros-Magazin” spielt keine WMA-DRMs! Und etwas Witziges darüber zu schreiben ist für Bänz Friedli eine echte Herausforderung. Aber den Spruch mit dem Mozartjahr merke ich mir.

  • 18 Feb 2006 /  Allgemein

    So hiess es letzthin auf der Online-Meinungsplattform der SRG SSR idée suisse:

    Deutsch? Es wird immer schlechter…
    Wir alle hier im kanton Bern befinden uns in einem deutsch sprechenden Kanton – doch wer erwartet, dass wir auch in einer der 4 Landessprachen angesprochen würden – der irrt!
    Unsere Radio und Fernsehkommentatoren sind einer deutschen (geschweige der drei anderen) Landessprache gar nicht mehr fähig. Es hagelt nur so von Ausdrücken – in englisch. Aber auch dasselbe im Bereich Musikunterhaltung. Auch hier ist dasselbe zu beobachten. Meiner
    Meinung nach werden etwa 90% englische Lieder gesendet. Wieviel % der Bevölkerung verstehen solche Lieder? Die Folge diese bösen Entwicklung – lt. PISA-Studie können unsere Kinder schön längst kein einigermassen akzetables deutsch mehr. Schuld an diese Misere sind meiner Meinung nach – diese Radio und Fersehanstalten. Muss es soweit kommen, dass wie in Frankreich diese öffentlichen Anstalten verpflichtet werden müssen? Hier wird kräftig an der Bevölkerung vorbei produziert.

    Da juckte es doch wieder einmal in meinen Fingern:

    In Ihrem Text habe ich beim ersten Durchlesen neun Orthographiefehler und zwei stilistische Probleme gefunden. Es nützt nichts, über das Deutsch zu lamentieren, wenn man selbst nicht mit gutem Beispiel voran geht.

    Worauf zurückkam:

    Mein lieber Daniel Rei,
    ich glaube Sie haben einfach nicht begriffen um was es hier geht.
    Hier geht es nicht um mit gutem Beispiel voran gehen (wie Sie sagen) sondern um ein Problem.
    Ich habe dutzende Zuschriften erhalten – einige sind empört so wie Sie (Besserwisser gibt es leider immer) – andere haben das Problem erkannt und ich bin dankbar dafür. Bei Ihnen ausnahmsweise antworte ich – bei den anderen – nun da ist eben Hopfen und Malz verloren
    (so der Volksmund).
    Nomal – hier geht es um ein Problem und nicht ob ich einige Orthographiefehler mache oder nicht….
    Haben Sie dies begriffen?


    Mit freundlichem Gruss
    (Name)
    Bitte antworten Sie auf diese Mailbox:
    (E-Mail-Adresse)
    P.S. Sie haben wenigstens den Mut Ihr Mailadresse bekannt zu geben.

    In meiner Misere und Unverständnis kam ich nicht umhin, noch einmal zu antworten. Doch davon ein andermal, und hoffentlich wieder in dieser entstellten Sprache… In diesem Sinne: CU ;-)

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  • 16 Feb 2006 /  Allgemein

    Nüchternes Berichten bei Markus Baumi, Stutzen bei Polis, Empörung bei think eMeidi, Spott bei Benkö, Beleidigungen bei infamy: Diese und einige andere Muster der verdampfenden selbstverliebten Tagebuchschreiber Schweizer Blogosphäre schrieben gestern über einen zweiminütigen Radiobeitrag auf Radio DRS3.

    Bloggen nur ein flüchtiger Trend?

    In diesem Beitrag wurde grob gesagt gefragt, ob das Blog das nächste grosse Internetding sei und ob man nicht darum herum komme, sich damit auseinander zu setzen. Aus dem Zusammenhang gerissene Antworten auf andere, zwar nicht explizit gestellte Fragen gab Mirko Marr, Oberassistent der Abteilung II am IPMZ. Er hält “Blog” für ein Schlagwort, das mit der Medienberichterstattung Verbreitung findet, aber auf Grund des immer noch niedrigen Bekanntheits- und Nutzungsgrads genauso wieder in der Versenkung verschwinde wie Foren, Auktionen und Sexseiten vor ihm. Weltfremd oder was?
    Ob Marr dies tatsächlich so gesagt hat oder die Journalistin einen raffinierten Zusammenschnitt erstellt hat, der ihre vorgefasste Meinung bestätigt, kann ich nicht sagen. Nicht einmal, ob ich ihn richtig verstanden habe, kann ich sagen. Item: Die Journalistin kommt anhand dieser Aussagen, einem willfährig ausgewählten Blogeintrag und der Schliessung von zwei Weltwoche-Blogs zum verkürzten Schluss, dass man sich Weblogs nicht antun muss – wow. Lebensberatung pur.

    Journalistische Sorgfaltskriterien
    Mirko Marr hat sehr wohl eine grosse Ahnung von publizistikwissenschaftlichen Methoden (ich muss es wissen – hab’ ja bei ihm eine Vorlesung über Befragung gehabt). Aber das muss nicht heissen, dass er sich bereits empirisch mit Bloggen beschäftigt hat und deshalb treffende Aussagen darüber machen kann. Ein Allgemeinmediziner repariert schliesslich auch keine Zahnlöcher. Journalisten lieben es eben, “Experten” zu fragen, da dies ihnen erlaubt, ohne Zeit raubende (Netz-)Recherche schnell zu mehr oder weniger fundierten Angaben zu kommen.
    Die Aussage, dass Bloggen mir nichts, dir nichts von der Bildfläche verschwindet, kann eigentlich von jemandem, der mit publizistikwissenschaftlichen Fragestellungen zu tun hat, gar nicht kommen. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Mirko Marr ausdrücken wollte, dass die Medienberichterstattung übers Bloggen, genau wie die über Foren, Auktionen und Sexseiten, wieder abflauen wird, nicht aber das Phänomen selbst.
    Dann die Journalistin: Es ist doch kein Wertungskriterium, ob das Blog ein Massenmedium ist oder nicht. Auch wenn es das nicht ist (es ist kein Massenmedium), so gibt es doch interessantere Fragen an das Phänomen, als die Unterscheidung gut/schlecht.

    Kein Grund für Existenzängste
    Warum wurden keine Blogger gefragt? Man hätte ja zum Beispiel BloggingTom, Marcel Bernet oder im eigenen Haus fragen können. Wer so offensichtlich sein Desinteresse durchscheinen lässt, darf sich nicht wundern, was für eine Palette an Gefühlen bei den “Betroffenen”, den Bloggern, losbricht.
    Wobei ich Euch Blogger ja auch bitte, Eure emotional z.T. heftigen Reaktionen einmal zu hinterfragen. Ihr wisst ja, dass Euer Blog auch noch in drei Jahren am Leben sein wird… – oder?

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  • 15 Feb 2006 /  Allgemein

    Heute per Mail reingeschneit (dabei sollte es doch draussen wieder mal):

    So I said there was news, and here it is: I’m writing you to announce that Measure Map has been acquired by Google, effective today

    Auch noch heute in der Post gewesen: Ein Mail von Tucows Blogrolling…

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